Napoleon Series Discussion Forum

Part 2

Part 2:

IR 23, (Oberst von Sterndahl)

Um 8 Uhr früh erfolgte der Aufbruch. Die 1. Kolonne rückte von Nebetein nach Kobilnik, die 2. nach Ottoslawitz, die 3. nach Prödlitz, die 4. von Nedweis nach Dobrochov, die 5. von Schobolin nach Brzesowitz, die Reserve nach Proßnitz.
Das Regiment gehörte mit allen 6 Bataillonen in die Brigade Generalmajor Rottermund der Division Feldmarschalleutnant Graf Kolowrat und war an der Queue der 4. Kolonne eingeteilt.
Diese war um 8 Uhr früh von Nedweis aufgebrochen und marschierte über Bei-strowitz, Wrabowitz, bei Schesow links vorbei, sodann über Weischowitz nach Dobrochov.
Am 28. November früh wurde die noch ruhig in Wischau stehende französische Vorhut angegriffen, geworfen, und als sie sich bei Rausnitz wieder formierte, nach kurzem Gefechte bis zum Posoritzer Posthaus zurückgetrieben.
Die 1. Kolonne gelangte tagsüber nach Kultsch, die 2. nach Nosadlowitz, die 3., 4. und 5. zwischen Wischau, Toppolau und Brünlitz. Das Hauptquartier und die Reserve gelangten nach Wischau.
Die 4. Kolonne marschierte an diesem Tage über Kobeczitz, Seltsch, dann Drissitz rechts lassend über Krzezanowitz, links vor Wischau vorbei über Brünlitz auf die Höhe vom Noska, wo die Kolonne in 2 Treffen lagerte.
Napoleon machte sich die langsame Vorrückung der Verbündeten zunutze und zog alle verfügbaren Kräfte zusammen, so daß er für die Schlacht über 74,000 Mann verfügen konnte und daher den Alliierten fast gleich stark war. Am 29. morgens nahm der Kaiser sein Biwak auf einem Hügel zwischen dem Goldbach und dem Rosenitzer Bach.
Das verbündete Heer war bisher mit versagtem linken Flügel marschiert und hatte den rechten, an das Gebirge angelehnt, vorgeschoben. Da man in Wischau den Plan gefaßt hatte, den feindlichen rechten Flügel zu umgehen, machte die Armee unter dem Schutze der stehengebliebenen Vorhut eine Flankenbewegung nach links in den Raum zwischen Kutscherau, Bochdalitz, Kozlau etc. Am 29. kamen daher die 1. Kolonne links von Lissowitz, die 2. Kolonne über Rostrnitz und Swonowitz, die 3. und 4. Kolonne über Naskal und Hobitschau, die 5. Kolonne kam gegen Posoritz und Feldmarschalleutnant Kienmayer besetzte Austerlitz. Hinter ihm stand Generalleutnant Stutterheim in Butschowitz.
Speziell die 4. Kolonne marschierte bei Noska (oder Melz) links vorbei über Hobitschau und stellte sich bei Pohdolitz hinter der 3. Kolonne auf.
Am 30. rückte Fürst Bagration auf die Höhen hinter Rausnitz ; Feldmarschalleutnant Kienmayer entwickelte sich vor Austerlitz und wurde durch 2 Brigaden verstärkt. Die Vorpostenlinie dehnte sich sonach von Schumitz über Pratze bis zum Monitzer Teich aus. Das Gros setzte seinen Flankenmarsch fort. Die 1. Kolonne rückte über Drasowitz nach Hodiegitz und Niemtschau, die 2. über Lettowitz auf die Höhen südlich von Austerlitz, die 3. über Malkowitz hinter die 1., die 4. über Butschowitz nach Herspitz, die 5. und die Garden nach Butschowitz.
Ein Versuch, sich Bosenitz zu nähern, mißlang.
Am 1. Dezember war der Aufmarsch der Armee südlich der Brünn—Olmützer Straße vollendet. Dieselbe stand folgend:
Feldmarschalleutnant Kienmayer nördlich von Aujezd, die 1. und 2. Kolonne zwischen Aujezd und Pratze parallel dem Goldbache und zirka 3000* von ihm entfernt, die 3. Kolonne nördlich von Pratze mit dem linken Flügel an diesen Ort gelehnt.
Die 4. Kolonne lagerte in 2. Linie hinter Pratze.
Das Regiment kam an diesem Tage in die Brigade Generalmajor Mondet.
Die 5. Kolonne lagerte ebenfalls in 2. Linie rechts von der 4.
Alle Kolonnen, mit Ausnahme der 3., standen in 2 Treffen.
Fürst Bagration deckte bei Holubitz die Straßen nach Olmütz und Göding. Zwischen seiner Aufstellung und dem rechten Flügel der 3. Kolonne blieb ein Raum von mehr als 5000 x unbesetzt; hinter diesem Raume lagerten die russischen Garden zwischen Krzenowitz und Posoritz.
Während der Nacht vom 1. auf den 2. Dezember wurde die Disposition zum Angriff gegeben. Die allgemeine Absicht war, die französische Armee von ihren Verbindungen mit der Donau abzudrängen. Hiezu sollten die Defileen von Sokolnitz und Teilnitz forciert und sodann die Armee in der Flanke des Gegners zwischen Schlappanitz und Turas zum Angriff entwickelt werden.
Als allgemeine Aufbruchsstunde wurde 7 Uhr früh bestimmt. Die 1. Kolonne sollte über Aujezd nach Teilnitz, die 2. gegen das Dorf Sokolnitz, die 3. gegen Schloß Sokolnitz, die 4. zwischen Sokolnitz und Kobelnitz vorrücken. Am Goldbach angelangt, hatte jede Kolonne das ihr angewiesene Defilee zu forcieren, nach erfolgtem Übergang aber die weitere Vorrückung zu verzögern, bis die nächststehenden Kolonnen auf gleiche Höhe gelangt waren, sodann breitere Front anzunehmen; 4 Bataillone der 1. Kolonne sollten sich gleichzeitig des Wirtshauses bei Turas, 3 Bataillone des Dorfes Schlappanitz bemächtigen, sämtliche Kolonnen sodann in die Linie Schlappanitz—Turas vorrücken. Nach Forcierung des Defilees von Tellnitz sollte sich Feldmarschalleutnant Kienmayer, um die linke Flanke der Armee zu sichern, über Mönitz gegen Turas ziehen. Der rechte Flügel, voran Fürst Liechtenstein, hinter ihm Bagration, hatte sich bei Tagesanbruch beiderseits der großen Straße zwischen Blasowitz und Kruch zu formieren, den Feind, bis die Frontveränderung des linken Flügels vollendet war, hauptsächlich durch Artilleriefeuer zu beschäftigen.
Sobald die Frontveränderung durchgeführt war, sollte der rechte Flügel gleichfalls die Offensive ergreifen und die Verbindung mit der 4. Kolonne hersteilen. Glückte der Angriff, so war sich bei Latein dem Gros anzuschließen ; die Reiterei sollte die freigewordenen Defileen des Goldbachs schnell passieren, um der Infanterie in der Ebene ehestens Unterstützung zu bringen und den Feind zu verfolgen.
Die russischen Garden sollten zwischen Blasowitz und Kruch die linke Flanke Bagrations decken.
Gelang der Angriff der Armee, so wollte man noch am selben Tage die Schwarza überschreiten, im Gegenfalle über Kobelnitz und Puntowitz zurückgehen, um sich bei Hodiegitz, Herspitz und Niemtschau zu sammeln.
Der Hauptnachteil dieser Disposition war, daß das Terrain die Umgehungsbewegung dem Gegner nicht verbarg.
Auf Grund seiner am 1. Dezember vom Kaiserhügel aus gemachten Beobachtungen, dann auf Grund der einlaufenden Meldungen traf Napoleon seine Anordnungen und am 2. Dezember um 7 Uhr früh stand sonach die französische Armee folgend:
Die Division Vandamme und St. Hilaire des IV. Korps vor Girschikowitz und Puntowitz, im Taleinschnitt am linken Ufer des Bosenitzer Baches den Blicken des Gegners möglichst entzogen ; die Division Legrand zur Hälfte vor Kobelnitz, der Rest — 6 Bataillone und 6 Eskadronen leichter Kavallerie unter Margeron — bewachten die lange Linie des Goldbaches von Kobelnitz bis Tellnitz, welcher Linie sich die Division Friant und Bourcier, zusammen 6000 Mann und 1700 Reiter, vom Raigern näherten; links des IV. Korps die Reiterreserve, die leichte Reiterei am linken Ufer des Bosenitzer Baches vorgeschoben.
Gleichfalls am linken Ufer und nördlich der Chaussee befand sich das V. Korps, 12,400 Mann, rechts, seit- und rückwärts desselben das I. Korps mit der Division Drouet und Rivaud, 10,300 Mann, endlich hinter diesen die Reserve, 12,300 Mann und 800 Reiter.
Dichter Nebel verhüllte die französische Aufstellung. Die 1. Kolonne der Verbündeten Schlacht bei eröffnete das Gefecht, indem sie von Aujezd gegen Tellnitz vorrückte. Die Abteilungen Austerlitz Margerons verteidigten sich hartnäckig zirka eine Stunde lang und wurden sodann hinter das Dorf zurückgeworfen. Die 1. Kolonne verfolgte diesen Vorteil nicht, sondern erwartete die Ankunft der 2. Inzwischen gelangte Davout (III. Korps), dem Kanonendonner folgend, bis an den Teich von Otmarau und unterstützte die Abteilungen Margerons bei Tellnitz.
Die Verbündeten wurden wieder aus dem Dorfe verdrängt, nötigten aber durch wiederholte Angriffe endlich die Franzosen doch, das Dorf zu räumen und entwickelten sich sodann jenseits des Defilees, während der Gegner nach Sokolnitz zurückging (9 Uhr 30 Minuten).
Fast gleichzeitig gelang es der 2. Kolonne, welche zirka eine Stunde später als die 1. den Goldbach erreicht hatte, unterstützt von der 3., die Franzosen aus dem Dorfe Sokolnitz zu werfen und ebenfalls am rechten Ufer festen Fuß zu fassen.
Obgleich die 3. Kolonne den Marsch gleichzeitig mit der 2. angetreten hatte, war erstere durch die Passierung des Dorfes Pratze aufgehalten worden und so konnte der Angriff auf Schloß Sokolnitz erst um 9 Uhr beginnen.
Marschall Davout stand um 9 Uhr 30 Minuten mit seinem rechten Flügel hinter den Teichen von Otmarau, mit seinem linken hinter Schloß Sokolnitz, welches er bald darauf der 3. Kolonne überlassen mußte.
Vor 9 Uhr, als der Nebel zu fallen begann, gab Napoleon dem Marschall Soult (IV. Korps) den Befehl zum Vormarsch gegen die Pratzeer Höhen.
Die Divisionen St. Hilaire und Vandamme nahmen Direktion auf den Pratzeer Kirchturm ; die Division Legrand blieb einstweilen bei Kobelnitz zurück. Gleichzeitig begann die Vorrückung des französischen linken Flügels hinter den Reiterdivisionen Murats, die Divisionen Suchet und Cafarelli beiderseits der Chaussee, die Divisionen Rivaud und Drouet auf Blasowitz und Girschikowitz.
Diese überraschende Offensivbewegung brachte den Flankenmarsch der Verbündeten plötzlich zum Stehen.
Die 4. Kolonne, noch nahe bei Pratze, wurde gezwungen, um sich in dem Besitz der Höhen zu erhalten, gegen die Truppen Soults Front zu machen. Um das Vordrängen der feindlichen Linien aufzuhalten, umsomehr als hievon der Ausfall der Schlacht abzuhängen schien, zog Feldmarschalleutnant Graf Kolowrat die beiden Brigaden Juriczek und Rottermund auf die Höhen vor und griff den gegen die zerstreute russische Infanterie vorgehenden Feind an.
Wenig Hoffnungen setzte Feldmarschalleutnant Graf Kolowrat auf die dem Gegner entgegengeworfenen Bataillone, welche größtenteils aus Invaliden und Rekruten bestanden und deren Kräfte überdies durch die Mühseligkeiten des Winterfeldzuges schon sehr erschöpft waren.
Aber die Ordnung, Entschlossenheit und Beharrlichkeit dieser österreichischen Bataillone ließen nichts zu wünschen übrig. Durch die geschickten Anordnungen der Generalmajore Juriczek und Rottermund wurde eine auf die Höhen vorgeschobene feindliche Halbbrigade derart umringt, daß der Kommandant derselben durch zwei vorgeschickte Offiziere um eine Unterredung bitten ließ. Dies wurde aber abgeschlagen.
Der Angriff wurde mit Nachdruck fortgesetzt und der Feind auch zum Weichen gebracht; aber bald gelang es demselben, durch herbeigeeilte Verstärkungen, die verlorenen Vorteile wieder zu gewinnen, wozu hauptsächlich der Umstand beitrug, daß die feindliche Infanterie wegen der mit der russischen ähnlichen Kleidung von der Artillerie für diese angesehen wurde.
Nahezu gleichzeitig mit dem Kampfe bei Pratze trat auch die Division Rivaud bei Blasowitz ins Gefecht.
Die 5. Kolonne erschien verspätet zwischen Kruch und Blasowitz. Dieser Umstand erleichterte den Divisionen Rivaud und Cafarelli das Vordringen in dieser Richtung, in welcher ihnen die Reserve der Verbündeten entgegentreten mußte. Während sich diese anschickte, die immer weiter vordringenden Franzosen anzugreifen, warf sich das an der Spitze der Kavallerie Liechtensteins befindliche Ulanenregiment Großfürst Konstantin auf die Reiterei Kellermanns, welche die Flanke der französischen Infanterie deckte. Das 1. Treffen der Franzosen wurde durchbrochen ; beim Angriffe auf das 2. fiel der tapfere Oberst des Regiments, welches nunmehr in Unordnung gebracht, den Rückzug antrat.
Feldmarschalleutnant Fürst Liechtenstein sah sich dadurch veranlaßt, gegen Pratze zurückzugehen.
Auf den Höhen bei diesem Orte traf mittlerweile außer Drouet, welcher am linken Flügel der Division Vandamme vorrückte, der Kaiser mit sämtlichen Garden und der Grenadierdivision Oudinot ein.
„Nur ein allgemeiner Angriff mit dem Bajonett konnte die Entscheidung wenden.“ Daher entschloß sich Feldmarschalleutnant Graf Kolowrat zu demselben. „Hiezu schloß sich die österreichische Inft. der russischen Brig. Kamenskoi an und begann den Anlauf en front gegen die Höhen mit dem bei den russischen Truppen üblichen Angriffsgeschrei. Der Feind begegnete diesem Anlaufe mit einem heftigen Feuer, welches in den geschlossenen Reihen des russischen Fußvolkes mörderisch wirkte und die Schneiligkeit des ersten Ansturmes in eine langsame, durch Feuer unterstützte Vorrückung verwandelte, welche aber nach Aneiferung sämtlicher anwesender Generale und sonstiger Offiziere, welche durch ihr Beispiel den Mut der Truppen stählten, den Feind zum Weichen brachte und die tapfere russische Brig., nebst den angeschlossenen österreichischen Bat., unter welchen sich das Auersperg'sche und die sechs Bat. des Kurfürst von Salzburg’schen Rgmts (23) am meisten hervortaten, auf den Gipfel der Höhe führte.“
„Allein der Feind, der die Wichtigkeit dieses Verlustes fühlte, führte frische Truppen herbei und griff die durch das Gefecht ermüdeten Österreicher und Russen mit Wucht und Überlegenheit an.
„Durch des Feindes Anprall war das Regiment Salzburg durch das Zentrum bedroht.
„Der tapfere Oberst Sterndahl, als Brigadier seines Regiments (Generalmajor Mondet scheint bereits verwundet gewesen zu sein) samt dem Auersperg (24) 6. Bataillon, ließ unter Trommelschlag ganz standhaft gegen den Feind vorrücken; sein Interimsregiments-kommandant, der so brave Held, Oberstleutnant Hübler, griff mit den Grenadieren die Franzosen auf das zweckmäßigste und tapferste an, blieb aber infolge eines Flintenschusses allsogleich auf dem Schlachtfelde. Die Grenadiere aber stürmten wie die wütendsten Helden mit dem Bajonett auf den Feind, welchen sie zum Weichen brachten. Allein in dem Nebel waren die nachrückenden Bataillone der Brigade zu weit links seitwärts gekommen, wodurch die Verbindung getrennt wurde. Dies benützte der Feind und ließ durch seine Kavallerie durchbrechen, um das Grenadierbataillon zu tournieren. Durch diesen Fall fing das Feuer auf beiden Seiten lebhafter zu werden an und unsere ermattete Artillerie wurde von der feindlichen Kavallerie überfallen, wodurch auch das brave Regiment (Salzburg) in Unordnung kam und ein großer Teil in Gefangenschaft geriet oder zersprengt wurde. Das zusammengesetzte 6. Bataillon Auersperg, welches zweimal so stark war als die 6 Bataillone Salzburg, füllte die Lücken aus und hätte der unglückliche General Weinrother dieses noch weiter im Gefecht gelassen, so hätten selbe vielleicht gar die Schlacht augenblicklich zu gunsten der alliierten Armee entscheiden können.“
So aber mußte die Höhe geräumt werden und hiebei fielen dem Feinde noch einige Geschütze in die Hände, da dieselben infolge der Entkräftung der Pferde in dem weichen Boden stecken blieben.
Die nun durch die geschilderten Angriffe geschwächte Infanterie zog sich in möglichster Ordnung zurück. Da auch sämtliche Nachbarkolonnen zurückgingen, ordnete Feldmarschalleutnant Graf Kolowrat dispositionsgemäß den Rückzug in die Position des vorhergehenden Tages an.
Während dieses Rückzuges drängte der Feind heftig nach. Regimentskadett Franz Fendler des Regiments rettete die Fahne eines Bataillons, welche, als der Fahnenführer fiel, fast verloren wurde. Für diese Tat ernannte Kaiser Franz denselben am 7. Dezember zum Fähnrich.
Oberleutnant Franz Töpfer rettete auf dem Rückzuge die Regimentskasse, hiebei seine eigene Bagage im Stiche lassend. Kaiser Franz gewährte ihm hiefür am 28. Februar 1806 eine Entschädigung von 150 fl.
Es war 11 Uhr vormittags, als die 4. Kolonne den Rückzug gegen Wazan antreten mußte.
Durch das Vorrücken Drouets gegen Krzenowitz sah sich auch Feldmarschalleutnant Fürst Liechtenstein, im Rücken bedroht, veranlaßt hinter das Defilee dieses Ortes zurückzugehen.
Endlich gelang es auch Bessières, die Reserve unter Großfürsten Konstantin bei Blasowitz zu werfen.
Mit dem Ausgang der Kämpfe bei Pratze war das Schicksal des Tages entschieden. Napoleon hatte das Zentrum durchbrochen und stand bereit, mit Übermacht in Flanke und Rücken des linken Flügels der Alliierten vorzudringen. Er befahl nun seinem linken Flügel vorzugehen und traf Anstalten, dem gegnerischen linken Flügel den Rückzug zu verlegen. Letztere Absicht gelang aber nicht.
Am Abend stand die verbündete Armee folgend : Bagration westlich Austerlitz, Liechtenstein bei Krzenowitz, die russische Garde östlich Austerlitz.
Die 4. Kolonne sammelte sich bei Hodiegitz südlich Austerlitz.
Die Reste der 1., 2. und 3. Kolonne standen bei Milleschowitz.
Die französische Armee hielt am Abend in folgender Situation : Davout III. Korps zwischen Lautschitz und Mönitz, das IV. Korps (Soult) bei Mönitz, Tellnitz und Aujezd, das I. Korps (Bernadotte) zwischen Pratze und Krzenowitz, Murat und das V. Korps (Lannes) auf der Brünn—Olmützer Straße zwischen dem Posoritzer Posthaus und Rausnitz, die Garden und Grenadiere bei Klein-Hostieradek.
Die Verluste der Verbündeten betrugen 12,000 Tote und Verwundete, sowie 15,000 Gefangene, jener der Franzosen zusammen 10,000 Mann.
Die Verluste der 4. Kolonne allein bezifferten sich auf 3800 Tote und Verwundete, dann 4571 Gefangene.
Leider ist der Verlust des Regiments nicht genau zu konstatieren; soweit er aus den Standesakten sich konstruieren läßt, betrug er: Tote: Oberstleutnant Balthasar Hübler und 26 Mann; Verwundete: Oberleutnant Josef Birkenstock, Fähnrich Eduard Betzek und 158 Mann, Gefangene: 245 Mann, Vermißte: 797 Mann; ferner 24 Pferde.
Noch am 2. Dezember um 6 Uhr 30 Minuten abends brach die ganze verbündete Armee wieder auf und zog sich bis Tscheitsch zurück.
Der Rest des Korps des russischen Generals Buxhöwden, die 12,000 Mann starke Kolonne des Generals Essen war am 2. in Prerau eingetroffen.
Am Morgen des 3. erteilte Napoleon die Befehle zur Verfolgung.
Daher mußte Kutusoff den Rückzug beschleunigen. In der Nacht vom 3. auf den 4. marschierte die verbündete Armee nach Göding, passierte die March und bezog dann das Lager bei Hollitsch. Von dort zog sich die Armee am 5. nach Senitz zurück.
Am 6. wurde ein Waffenstillstand abgeschlossen und eine Demarkationslinie durch Mähren bis Preßburg (Pozsony) bestimmt.
Das Regiment in 6 Bataillone formiert, 1543 Mann stark, blieb im 2. Treffen in der Brigade Generalmajor Mondet, welche in die Division Feldmarschalleutnant Fürst Hohenlohe kam, deren Stabsquartier in Hollitsch verblieb. Oberst von Sterndahl funktionierte noch immer als interimistischer Brigadier. Der Stab und das Grenadierbataillon kamen nach Radosowetz, das 1. Bataillon nach Nowi Kawallow, das 2. nach Weska, das 3. nach Unim, das 4. nach Welkowan und das 6. nach Wodislau.
Diese Stationen wurden am 7. und 8. bezogen.
An Stelle des in der Schlacht gefallenen Oberstleutnants Hübler ernannte der Kaiser am 7. den 1. Major Estevenet de la Boussière zum Oberstleutnant; die 2., 3. und 4. Majore Seeliger, Eisenkolb und August rückten vor und Hauptmann August Wenger wurde zum 4. Major befördert.
Dagegen starb am 15. im Kloster Hradisch der Unterarzt Josef Aglasta.
Nach der Standestabelle betrug am 20. der Effektivstand des Regiments 4783 Mann ; davon waren kommandiert und absent 2761 Mann, undienstbar 221 Mann, so daß nur 1801 Mann zu Ausrückungen verfügbar blieben.
Am 26. wurde der Friede zu Preßburg (Pozsony) geschlossen. Österreich verzichtete auf Venedig, Istrien, Dalmatien samt den zugehörigen Inseln, erkannte das Königreich Italien an, ferner den Königstitel der Kurfürsten von Bayern und Württemberg und trat dem ersteren Burgau, Passau, das Innviertel und Tirol mit Vorarlberg, ferner Hohenems, Tettnang, Argen und das Stadtgebiet von Lindau, dem letzteren Ehingen, Munderkingen, Riedlingen, Mengen und Saulgau, die obere und niedere Grafschaft Hohenberg, Thengen, die Landgrafschaft Nellenburg, die Landvogtei Altorf, einen Teil des Breisgau nebst Villingen und Bräunlingen ab, während der Kurfürst von Baden den Hauptteil des Breisgau, die Ortenau und Konstanz erhielt. Salzburg und Berchtesgaden wurden Österreich einverleibt, wofür Erzherzog Ferdinand, der bisherige Kurfürst von Salzburg das säkularisierte Hochstift Würzburg bekam.
Im Laufe des Monats Dezember erhielt das Regiment 403 galizische Landrekruten.

Geschichte des k. und k. Infanterieregiments Markgraf von Baden No. 23, p. 716-720 (Thanks to Steven H. Smith)

IR 24, 6th Battalion (Oberstleutnant Baron Bach)

Die Armee in Deutschland war somit in einigen Tagen, ohne eine grosse Schlacht geschlagen zu haben, vernichtet. Dem Sieger stand nun nichts mehr im Wege, gegen Wien loszugehen. Napoleon that dies auch ; er zwang die bei Braunau am Inn unter General Kutusow eingetroffenen Russen, an welche sich auch österreichische Verstärkungen angeschlossen hatten, zum Rückzuge und war schon am 12. November in St. Pölten.
Diese raschen Erfolge der Franzosen brachten in Wien eine furchtbare Aufregung hervor. Der Hof verliess eiligst die Residenz, das Reserve-Corps unter Commando des FML. Karl Fürst Auersperg zog über die Donau, mit ihm das Reserve-Bataillon des Regiments.
Am 13. November marschirte die französische Brigade Sebastiani durch Wien gegen die grosse Donaubrücke, an ihrer Spitze befanden sich Lannes und Murat. Beflissen, diese Brücke ohne Zeitverlust zu gewinnen, nahmen diese Marschälle zur List ihre Zuflucht Sie giengen auf den Artillerie-Officier, welcher dieselbe mit einem Geschütze zu vertheidigen und im Nothfalle anzuzünden hatte, los. gaben ihm durch Zeichen zu verstehen, dass ein Waffenstillstand geschlossen sei, und als er und der herbeigekommene Arrièrgarde-Commandant, dies glaubend. in eine Unterredung sich mit ihnen einliessen, wurde von einigen mittlerweile bis zum Geschütze herangeschlichenen Franzosen dasselbe nach Norden gewendet, worauf die Truppen die Brücke im Laufschritte passirten und sich am linken Ufer ausbreiteten.
So gieng auf eine schmähliche, das Völkerrecht und die Soldatenehre verletzende Weise die grosse Donaubrücke verloren, wodurch der weitere Rückzug des Corps unvermeidlich wurde.
Infolge dieses Unglücksfalles wurde FML. Karl Fürst Auersperg mit hofkriegsräthlichem Rescript vom 5. December 1806 nebst anderem auch der Inhaherswürde verlustig erklärt, wodurch das Regiment vacat wurde.
Kehren wir nun wieder zum Corps zurück. Nach dem Verluste der grossen Donaubrückc zog sich dasselbe auf der Strasse über Wolkersdorf und Nikolsburg gegen Brünn und vereinigte sich am 19. November mit Kutusow und dem zweiten nissischen Corps unter Buxhövden hei Wischau zu einer Arme von 80.000 Mann. Kutusow war Oberbefehlshaber, Fürst Lichtenstein commandirte unter ihm die 15.800 Oesterreicher.
Das Reserve-Bataillon des Regiments, welches 600 Mann stark war, gehörte zur Brigade GM. Rottermund, Division FML. Karl Graf Kolowrat. Die Brigade war aus 1 Bataillon Kaunitz Nr. 20, 6 Bataillonen Salzburg Nr. 23, 1 Bataillon Auersperg Nr. 24 und 2 Compagnien Wiener-Jäger zusammengesetzt.
Am 18. November batte Murat Brünn besetzt, am 20. stand Napoleon mit 60.000 Mann in dieser Stadt und erwartete nur noch einige Verstärkungen, um den letzten entscheidenden Sehlag zu führen. Um diese Zeit war auch bereits der Erzherzog Karl, welcher nach dem herrlichen Siege bei Caldiero Italien wegen der Katastrophe von Ulm dennoch räumen musste, mit dem mächtigen Heere bis an die untere Drau gelangt und vereinigte sich gegen Ende des Monats mit seinem Bruder, dem Erzherzog Johann, welcher in Tirol gegen überlegene Feindesmacht ruhmvoll gestritten und, derselben endlich weichend, den schwierigen Rückzug durch Kärnten glücklich vollbracht hatte. Der Erzherzog Ferdinand stand in Böhmen.
Die Zeit bis zum 27. November verlief in Mähren beiderseits fast ganz ruhig und wurden sogar einige Versuche zu Unterhandlungen gemacht. Am 27. November aber setzte sich die alliirte Armee, gegen 83.000 Mann stark, in Marsch, in der Absicht, dem Feinde die Strasse nach Wien abzugewinnen.
Dieses Manöver kam dem Kaiser Napoleon I. sehr erwünscht. Mit dem ihm eigenen Scharfblicke traf er seine Dispositionen, die am 2. December zu der denkwürdigen Schlacht hei Austerlitz führten. In derselben focht die 1. russische Colonne bei Tellnitz, die 2. und 3-. russische Colonne bei Sokolnitz. die 4 aus Oesterreichern bestehende Colonne auf den Höhen von Pratzen und die o. russisch-österreichische Colonne bei Blažowitz. Bei Pratzen, dem Schlüssel der Position, war der Kampf am fürchterlichsten. Die österreichischen Brigaden Rottermund und Jureczek fochten hier mit seltenem Muthe und eroberten die vom Feinde besetzten Höhen. Schon wollte dieser die Waffen strecken, als frische Verstärkungen die österreichischen Bataillone zum Weichen brachten. Da im Besitz dieser Hohen die Entscheidung der Schlacht lag, so befahl Kutusow einen neuen Sturm. Noch einmal drangen diese braven Brigaden im Vereine mit der russischen des General Kamenskoi mit einer über alles Lob erhabenen Entschlossenheit vor und nahmen unter furchtbaren Verlusten dieselben zum zweitenmale. Aber schrecklich gelichtet, ohne Unterstützung, konnten sie sich nicht lange behaupten und wichen, wodurch die Schlacht entschieden war. Die beiden Flügel der Verbündeten, welche jetzt getrennt waren, konnten an eine Vereinigung nicht mehr denken.
Nach der diesfälligen Relation haben die Bataillone von Auersperg und Salzburg, dann die Brigade Kamenskoi mit „ausgezeichneter Tapferkeit“ gefochten. Se, Majestät der Kaiser anerkannte das Verdienst dieses Bataillons und ernannte dessen Commandanten Obst. Lieut. Baron Bach am 15. Februar 1806 zum Obersten. Das Bataillon verlor an Todten. Blessirten und Gefangenen 298 Mann. Die Verluste an Officieren sind nicht bekannt.

Geschichte des k. k. Infanterie-Regimentes FML Freiherr v. Rheinänder Nr. 24, p. 347-349

IR 38, 3rd Battalion (Major Lompret or de Lomprèt)

Statt nun auf die Ankunft des Erzh. Carl mit 80.000 Mann und Beendigung der Unterhandlungen mit Preussen zu warten, beschlossen die Verbündeten, auf das Drängen der Russen — welche am 25. November durch das Eintreffen der Garden weiter verstärkt wurden, — Napoleon, den sie bei Brunn für schwach hielten, die Entscheidungsschlacht zu liefern.
Der Angriffs - Entwurf Kaiser Alexander I. hatte zum Ziele mit dem linken Flügel zu versuchen, den Feind durch Gewinnung seiner rechten Flanke und Bedrohung seiner Verbindung mit Wien zum Rückzuge hinter die Thaya zu veranlassen.
Laut Feldacten betrug die. am 28. November zum offensiven Vormarsch aus dem Lager von Ollschan bei Olmütz gegen Brunn verfügbare Iloeresmacht der Verbündeten 75.270 Mann und 13.840 Reiter.
Das 3. Bataillon des Regimentes war laut Ordre de bataille nun in der Brigade GM. Jureczek, Division FML. Graf Kollowrat, in der 4. Colonne, unter Ober-Commando des FML. Fürst von Liechtenstein, eingetheilt.
Napoleon stand seit dem 20. November mit ca. 65.000 Mann (Garde, Lannes, Soult und Murat) bei Brunn — vorgeschobene Truppen gegen Austerlitz, Ransnitz und Wischau. Zunächst dieser Hauptmacht stand das Gorps Bernadotte und die bairische Division Wrede bei Iglau, das Gorps Davoust zwischen Nikolsburg und Pressbnrt. Mortier in Wien; fernere detachiert: Marinont bei Lenben, Massena noch bei Laibacli, Ney bei Villach und Baraguay d'Hilliers bei Linz.
Auf die Nachricht von dem Aufbräche der Verbündelen beschloss Napoleon, dein Angriffe derselben entweder östlich Brunn oder bei Brunn entgegenzutreten, je nachdem es ihm gelingen würde, die Gorps Bernadolte's und Davonst's — welche in Eilmärschen herangezogen wurden, noch vor der Schlacht an sich zu ziehen. Die Langsamkeit des Vormarsches der Verbündeten ermöglichte ihm die Goncentrierung der Armee noch östlich von Brunn.
Am 27. November brach Kutusow — welcher nur nominell den Oberbefehl führte — in 5 Colonnen auf und erreichte Prossnitz. Bei der Armee waren Kaiser Alexander I. und Kaiser Franz I. anwesend.
Am 28. wurde die Vorhut Murat's durch Bagration bei Wischau überfallen. Murat zog sich auf der grossen Strasse zurück. Am 29. und 30. bezog Napoleon eine Stellung zwischen Schlappanitz und Sokolnitz am Gold-Bache. Am 1. December traf Bernadotte am Gold-Bache und in der Nacht Davoust bei Raigern ein. An demselben Abende lagerten die Colonnen Kutusow's zwischen Niemtschan, Hodiegitz und Herspitz; dieselben brachen noch während der Nacht wie folgt auf:
1. Colonne (linker Flügel), GLt. Doktorow, 24 russische Bataillone, über Wazan nach Augezd, wo sie Stellung nahm.
2. Colonne GLt. Langeren, 18 russische Bataillone, durchzog Ansterlitz und besetzte die Höhen links von Pratze.
3. Colonne GLt. Przybyschevsky, 18 russische Bataillone, folgte der 2. Colonne und besetzte die Höhen rechts von Pratze.
4. Colonne FML. Graf Kollowrat, 12 russische und 17 österreichische Bataillone) dabei das 3. Bataillon des Regimentes), durchzog Niemtschan und nahm Staffel-Stellung rechts rückwärts der 3. Colonne.
Die 5. Colonne FML. Fürst Johann Liechtenstein, 82 Escadronen. marschierte hinter dem Zwischenraume der 2. und 3. Colonne.
Die Reserve: 10 Bataillone und 18 Escadronen russische Garden unter Grossfürst Constantin marschierte über Austerlitz und nahm Stellung zwischen Krzenowitz und der grossen Strasse, welche von Austerlitz in die Brünner Chaussee mündet.
Die Avantgarde des rechten Flügels unter Bagration stand ä cheval der Strassen vor Holubitz und jene des linken Flügels unter FML. Kienmayer (5 Bataillone, 32 Escadronen) vor Augezd. Den linken Flügel commandierte G. d. Inft. Graf Buxhövden, die Mitte Kutusow, den rechten Flügel Fürst Liechtenstein.
Zu derselben Zeit standen die Franzosen: rechter Flügel, Davoust mit 10 Bataillone und 12 Escadronen bei Kl.-Raigern; Centrum, das Corps Bernadotte zwischen Schlappanitz und Kobelnilz mit Detachierungen nach Sokolnitz und Tellnitz, das Corps .Soult gegenüber Pratze; linker Flügel: das Corps Lannes und 5 Divisionen Cavallerie Murat's, beiderseits der Brünner Strasse nördlich Blaziowitz. Reserve: unter Bessieres die Garde (20 Bataillone, 9 Escadronen und 40 Geschütze) hinter dem linken Flügel beiderseits der Strasse bei Bellowitz (nördl. Schlappanitz).
Als der Morgen des 2. December anbrach, lagerte ein dichter Nebel auf der Gegend und entzog — obzwar beide Heere kaum auf Kanonenschussweite sich gegenüberstanden, — die Stellung Napoleon's den Blicken der Verbündeten.
Um 1/2 7 Uhr früh setzte sich der linke Flügel der Verbündeten in Bewegung. Kienmayer rückte gegen Tellnitz vor, dessen Höhen von feindlichen Bataillonen besetzt waren. Nach kurzem Kampfe wurde der Gegner vertrieben uud der Angriff, unter theilweiser Mitwirkung der 1. Colonne gegen das Dorf gerichtet, wo sich eine französische Unterstützungs-Brigade befand. Auch das Dorf wurde nach einem zähen Kampfe seitens der Franzosen geräumt, sie nahmen Stellung hinter dem Goldbache. Die 1. Colonne benützte nicht den errungenen Vortheil, sondern wartete auf das Anrücken der 2. Colonne.
Es war 9 Uhr früh, als Davoust, den dichten Nebel benutzend, überraschend erneuert das Dorf angriff und wieder nahm. Unterdessen hatte sich der Nebel zerstreut. Die 1. Colonne erneuerte den Angriff mit beiden Treffen und warf Davoust aus dem Dorfe; er zog sich nun allmählig hinter Sokolnitz zurück.
Die 2. und 3. Colonne war um 1/2 8 Uhr aufgebrochen; die erstere marschierte gegen Sokolnitz und bemächtigte sich nach lebhaftem Kampfe des Ortes. Der Feind begann ein lebhaftes Geschützfeuer von den jenseitigen Höhen, die Vortruppen griffen dieselben an, vertrieben den Gegner und nahmen 2 Kanonen; die nachgefolgte Colonne begann sich zu entwickeln. Während dessen erschien auch die 3. Colonne, welche durch Pratze mit der Ziehung nach links, Kobelnitz rechts lassend, marschiert war — in Sokolnitz. Nun hatten diese Colonnen keinen genügenden Entwicklungsraum und geriethen, während der Zeit, wo auch die Franzosen Pratze angriffen, theilweise in Unordnung.
Der zerstreute Nebel liess Napoleon die Situation überblicken und die Lücke bei Pratze wahrnehmen. In jenem Augenblicke, es war 9 Uhr, wo die ersten 3 Colonnen bereits in den Defileen am Goldbache verwickelt waren und die beiden ändern sich in Bewegung setzten, gab Napoleon den Befehl zum Angriff auf die Höhen von Pratze. Die französische Schlachtlinie brach über den Bach, die Reserve rückte hinter das Centrum bei Schlappanitz.
Die 4. Colonne — bei welcher sich der Kaiser Alexander I. und Kutusow befanden — brach um 8 Uhr früh auf und die Vorhut erreichte eben im Momente die Pratze-Flöhen, wo die Nachhut der 3. Colonne gegen Sokolnitz abgieng. Zu gleicher Zeit sah man das schnelle Vorrücken zweier feindlichen Divisionen jenseits Pratze. Kutusow, durch dieses Vorrücken überrasch l. liess rasch die russische Infanterie auf den Höhen links bei Pratze entwickeln: die Franzosen machten nun eine Directions-Veränderung rechts, griffen energisch an und bemächtigten sich nach hartnäckigem Widerstände dieser Höhen.
Nun befahl Kutusow den österreichischen Brigaden GM. Jureczek (dabei das 3. Bataillon des Regimentes) und Rottermund die Höhen zu nehmen. Der Angriff erfolgte mit Entschlossenheit. Der Gegner wurde zurückgedrängt, eines seiner vordersten Regimenter umringt und zur Gapitulation gezwungen. Doch in diesem Momente erneuerten die Franzosen mit Uebermacht den Angriff; beide Brigaden geriethen wieder in einen erbitterten Kampf und wurden schliesslich zum Weichen gebracht. Zwar schien der gleichzeitig mühevoll unternommene Angriff der russischen Brigade Kamenskoi das Gleichgewicht wieder herzustellen, aber die Franzosen drangen mit Uebermacht durch.
Diesen Vortheil des Gegners vermehrte noch ein unglücklicher Irrthmn. indem nämlich die österreichische Artillerie der Aehnlichkeit der Uniform halber, die feindliche Infanterie für Russen ansah und ihr Feuer in dem Augenblicke einstellte, als es am wirksamsten hätte sein sollen.
Nur ein allgemeiner Angriff mit dem Bajonnette schien jetzt noch das einzige Mittel zur Wiedereroberung der Höhen zu sein. Er wurde befohlen: mit Muth stürzten sich die österreichischen Brigaden und Kamenskoi's Truppen auf den Feind, dieser wankte eine Zeit und die Höhe ward erstiegen, der GM. Jureczek wurde verwundet. Die französische Division Vandamme gerieth in Bedrängnis und musste eine Ilakenstellung formieren. Hier dauerte nun der Widerstand nachhaltig fort, und kam der Angriff der Verbündeten zum Stehen, da keine Unterstützung bei der Hand war. Während dieser Situation Hess Napoleon seinerseits noch die Dragoner-Division Boyer auf dein linken Flügel derart ins Gefecht eingreifen, dass die schwachen Kräfte der 4. Colonne die Hochebene schliesslich doch räumen mussten, wobei während des Rückzuges der grössere Theil der Geschütze dieser Golonne im lehmigen Boden stecken blieb.
Nachdem die 4. Colonne überwältigt war, wendete sich Napoleon gegen Flanke und Rücken der ersten 3 Colonnen, die alsbald an die Teiche von Satczan gedrängt, in eine üble Lage geriethen und auf der Strasse gegen Göding weichen mussten, wohin auch die 4. Colonne folgte. Der rechte Flügel der Verbündeten, welcher im Verlaufe des Kampfes einige Vortheile erlangte, zog sich auf die Nachricht von der Niederlage des Centrums und linken Flügels gegen Olmütz zurück.
Der Gesammtverlust der Verbündeten betrug circa 25.000 Mann, wovon über die Hälfte auf die Gefangenen entfiel.
Das 3. Bataillon des Regiments verlor an Todten, Verwundeten und Gefangenen über die Hälfte des ausgerückten Standes von 500 Mann. Nähere Details fehlen.
Der Verlust bei den Franzosen betrug circa 8000 Mann an Todten und Verwundeten.
Bis zum 4. December sammelte sich das verbündete Heer hinter der March und lagerte auf den Höhen von Holiö. Der unglückliche Ausgang der Schlacht und die missliche Lage des geschlagenen Heeres hatten den Kaiser Franz I. bestimmt, Friedensunterhandlungen einzuleiten. An demselben Tage fand die Zusammenkunft beider Kaiser statt, welche zum Waffenstillstand bis zum Abschlüsse des Friedens führte. Da Alexander I. die Bedingungen des Friedens nicht annahm, räumten die Russen alsbald den österreichischen Boden.

Geschichte des kaiserlichen und königlichen Infanterie-Regimentes Freiherr von Mollinary Nr. 38, p. 162-164

IR 49, 6th Battalion, (Major von Mahlern, this Mahlern left a vivid diary.)

Das Grenadier-Bataillon, der Armee Seiner kaiser lichen Hoheit, des Herrn Erzherzogs-Generalissimus' angehörend, stand im Deeember zu St. Georgen bei Raab. Im August ward eine Reserve-Division errichtet und unter den Befehl des Majors Rein gestellt; bald darauf gefchah die Errichtung des 6. Bataillons — vier Compagnien stark — und die Übertragung des Commandos über dasfelbe an Major von Mahlern. Dieses Bataillon nahm an der Schlacht bei Austerlitz (2. December) theil; dabei wurden Hauptmann Nigl und Unterlieutenant Bayer verwundet — letzterer starb bald darauf an den Folgen der Blessur. Fähnrich und Bataillons-Adjutant Eliaschek ward wegen hervorragender Tapferkeit auf dem Schlachtfelde zum Unterlieutenant befördert. Das Bataillon marfchirte nach der Schlacht von Austerlitz nach Ungarn und eantonirte zu Torulka.
Die Reserve-Division stand zu Ende des Jahres in Galizien.
Obgleich das Regiment in diefem Iahre nur mit einzelneu Bataillonen ins Feuer kam, hatte es fich vermöge feiner gefesteten Ordnung und feines guten Geiftes die Zufriedenheit Ihrer kaiserlichen Hoheiten, der Herren Erzherzoge Carl und Iohann erworben.

Das Infanterie-Regiment Freiherr von Hess Nr. 49, p. 17

IR 55, 6th Battalion, (Oberstleutnant Scovaud)
Nothing in its regimental history.
Something from Mahlern:

Nun trat auch das neben mir stehende Bataillon Reuss-Greitz den Rückzug an, während dessen dor Commandant desselben, der brave Oberstlieutonant Seovaud (?), mittelst eines Flintenschusses dureh den Bauch und das Rückgrat schwor verwundet wurde. Ich sah inieh nun fast ganz allein und liess mit meinen wenigen übrig gebliebenen Leuten die Masse formiren.

Tagebuchblätter aus dem Jahre 1805, Mitteilungen des k.u.k. Kriegsarchivs, p. 522
This Seovaud is Jakob (or Jacob, Johann, Johann de) Scovaud. He was retried from IR 38 in 1805 August.

IR 58, 3rd Battalion, (Major Schindler)

Das 3. Bataillon des Regiments, welches, wie erwähnt, in Braunau lag, wurde Anfang October zum Heere nach Mähren beordert und rückte am 23. November in das Lager bei Nedweis ein, woselbst es in die Brigade GM. Jurczek, Division FML. Graf Carl Kolowrat, eingetheilt wurde.
Am 24. November beschlossen die Verbündeten, gegen Napoleon, der sein Heer bei Brunn concentriert hatte, vor- 2. December. zunicken und eine entscheidende Schlacht zu suchen. Am 27. November wurde die Vorrückung in fünf Colonnen begonnen. Das 3. Bataillon rückte in der vierten Colonne über Weischowitz nach Dotrachow, am 28. über Seltsch und Wischau auf die Höhe von Mels, am 29. über Hobitschau auf die vorliegenden Höhen, am 30. über Butschowitz, Marhofen, Krzizanowitz nach Herspitz, am 1. December über Austerlitz, Krzenowitz und Sbedczow auf die Höhe oberhalb Klein-Hostiehradek.
Am 2. December um 7 Uhr früh setzte sich die alliierte Armee in Bewegung. An der Spitze der 4. Colonne befand sich der Kaiser von Russland und Graf Kutosow. Als bei dem Ersteigen der Höhen bei Pratzen die aus russischen Truppen bestehende Avantgarde zurückgeschlagen wurde, erhielt die Brigade Jurczek den Auftrag, diese Höhen zu nehmen. Mit Entschlossenheit wurde dieser Befehl ausgeführt. Schon hatte die Brigade ein feindliches Regiment umringt, schon wollte sich dieses ergeben — da kamen frische feindliche Verstärkungen an, welche die Brigade zum Weichen zwangen. Allein die braven Truppen gaben die Sache noch nicht verloren. GM. Jurczek an der Spitze, stürzten sie sich mit Ungestüm zum zweitenmale auf den Gegner, erstiegen die Höhen und warfen ihn mit dem Bajonnett zurück. GM. Jurczek wurde in diesem Kampfe schwer verwundet. Leider hatte der Todesmuth der Truppen auf den Ausgang der Schlacht nicht den verdienten Erfolg; ohne Unterstützung gelassen, mussten sie aus der eroberten Stellung wieder weichen und zurückgehen.
Die Verluste des Bataillons lassen sich nicht mehr feststellen; sie waren aber sehr bedeutend, namentlich die 11. Compagnie war fast vollständig aufgerieben. Auch über die Art der Auszeichnung einzelner, durch ihreThaten hervorragenden Mitglieder des Regiments während des Feldzuges liegen keine Aufzeichnungen vor; nur soviel lässt sich constatieren, dass die Feldwebel Spatzer und Fischer, die Corporale Kunze, Rosznowitz und Wolfram, die Gefreiten Greithe und Horduk mit der silbernen Tapferkeits-Medaille ausgezeichnet wurden und der Gefreite Löfler ein Geldgeschenk von vier Ducaten erhielt.
Am 4. December wurde ein Waffenstillstand geschlossen, dem am 26. der Friede von Pressburg folgte.
Die nächste Zeit war der Wiedererrichtung des Regiments gewidmet. Noch während des Krieges war in Rzeszöw ein fünftes —- Reserve-Bataillon — errichtet, im October die Aufstellung einer Reserve-Division von 500 Mann in Stanislau angeordnet worden. Nach der Capitulation von Memmingen rückte auch Hauptmann du Moni in mit den Officieren des 4. Bataillons, einigen Chargen und Selbstranzionierten nach Rzeszöw, das 3. Bataillon rückte nach dem Frieden nach Kaschau.

Geschichte des k. und k. Infanterie-Regiments Erzherzog Ludwig Salvator Nr. 58, p. 91.

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