Napoleon Series Discussion Forum

Part 4

Part 4

DR 1

Am 27. November erfolgte der Aufbruch der verbündeten Heere aus dem Lager bei Olschan und trafen am 1. December bei Austerlitz ein, um die hier unter Napoleon lagernde französische Armee anzugreifen. – Hiezu wurden fünf Colonnen formiert, welche am 2. December um fünf Uhr Morgens vor rückten. Die beiden disponiblen Escadronen des Regiments waren unter dem FML. Graf Kolowrat in der Brigade Wodniansky bei der vierten Colonne eingetheilt, an deren Spitze sich der Kaiser von Rußland und der Obergeneral Graf Kutusow in Person befanden. Diese Colonne brach, um den drei ersten Colonnen Zeit zum Abzug zu geben, um 1/2 8 Uhr auf; als Vorhut marschierten die beiden Escadronen des Regiments mit zwei russischen Bataillonen, dann folgte die russische Infanterie und hinter dieser die österreichische. Die dritte Colonne hatte kaum die Höhe rechts von Pratzen verlaffen und die Spitze der vierten eben den von der dritten innegehabten Lagerplatz erreicht, als man das Heranrücken zweier feindlicher Colonnen jenseits Pratzen bemerkte. Die Vorhut der Colonne eilte durch das Dorf und es gelang ihr, die Brücke über den kleinen Bach, der durch das Dorf gegen den Teich von Kobelnitz herabfließt, vor dem Feinde zu erreichen. Die Brücke wurde überschritten, die Escadronen des Regiments nebst einem Bataillon besetzten die jenseitige Höhe, auf der die Kirche des Ortes liegt, während das andere Bataillon in Pratzen blieb. – Bald darauf rückte noch eine dritte feindliche Colonne an, gegen welche sich die russische Infanterie entwickelte und ein Bataillon zur Verstärkung auf die vor bezeichnete Höhe bei der Kirche endete. Unterdessen hatten aber die Franzosen diese Höhe erstiegen, das Bataillon nach schwachem Widerstande zurückgeschlagen, sich des Dorfes Pratzen bemächtigt und sich dann in Linie entwickelt. Die beiden Escadronen konnten auf der Höhe nicht agieren und waren daher hinter Pratzen zurückgegangen. Hier einem heftigen Geschütz- und Gewehrfeuer ausgesetzt, waren die Escadronen Zeugen von der Erstürmung der Höhen durch die österreichischen und dann durch die russischen Bataillone, jedoch blieben diese tapferen Unternehmungen ohne Erfolg, da den verbündeten Truppen jede Unterstützung mangelte und die selben auch gegen eine bedeutende Ueberzahl, die sich stets vermehrte, zu kämpfen hatten. Die Höhen gingen schließlich verloren und mit ihnen der größte Theil des Geschützes, das in dem lehmigen Boden stecken blieb. Auch auf den anderen Theilen des Schlachtfeldes konnte der Sieg nicht errungen werden, die Oesterreicher eroberten zwar nach blutigem Kampfe Tellnitz, waren aber schließlich genöthigt, dem allgemeinen Rückzuge zu folgen, der von der vierten Colonne nach Wazan ausgeführt wurde. Abends waren die Franzosen auf allen Punkten Sieger und blieben in der Stellung stehen, welche Tags vorher die Verbündeten inne hatten, welche noch in der Nacht sich auf der Straße nach Ungarn zurückzogen. Von den beiden Escadronen waren drei Corporals und 18 Mann, die in den Flanken patrouillierten, in Gefangenschaft gerathen, 3 Mann wurden vermißt, 17 Pferde getödtet und 24 gingen sonst verloren.

Geschichte des k. und k. Bukowina'schen Dragoner-Regimentes General der Cavallerie Freiherr Piret de Bihain Nr. 9, p. 232-233.

Chevau-legers 3:

Den 1. November wurde der Marsch bis Kremsmünster, den 2. bis Steyr fortgesetzt und daselbst der Ennsfluß überschritten, die auf Vorposten unter Generalmajor Grafen Nostitz beorderte Escadron stand an diesem Tage zu Enns.
Den 3. November waren die Regimenter O'Reilly Chevauxlegers, ErzherzogJohann-Dragoner, Nassau- und Lothringen - Kürassier unter F. M. L. Baron Kienmayer in der Gegend von Salaberg und Haag aufgestellt. — Von da wurde über Steinakirchen die Straße gegen St. Pölten eingeschlagen, und auf diese Art die rechte Flanke der sich auf der Linzer Hauptstraße gegen Wien zurückziehenden russischen Armee Kutussow's gedeckt.
Die Gefechte in Süddeutschland, als: bei Rain am Lech, bei Westingen an der Zusam und bei Günzburg an der Donau im Laufe des Monats October hatten zum Nachtheil der Oesterreicher geendet, und die Festung Ulm war am 20. vom F. M. L. Baron Mak den Franzosen übergeben worden. Dies Alles hatte den eben angedeuteten Rückzug der Oesterreicher und Russen zur Folge gehabt. Die sranzösische Hauptmacht rückte am rechten Donau-User nach und am 11. November kam die feindliche Avantgarde in Wien an, in welcher Hauptstadt der Kaiser Napoleon am 13, seinen Einzug hielt. Das österreichische Heer nahm nun seinen Rückzug nach Mähren.
Am 7. November hatte F. M. L. Baron Kienmayer mit seinen am rechten Ennsufer stehenden Truppen, bei welchem, wie schon weiter oben gesagt, das Regiment O'Reilly stand, den Befehl von dem Corpscommandanten Grafen Merveld erhalten: die unmittelbare Communication zwischen letzterem mit dem größten Theil seiner Infanterie bei Steyr stehenden Corpscommandanten und der russtscheu Armee zu erhalten, im Falle eines Rückzuges aber entweder eine selbstständige Colonne zu formiren, oder aber auf Befehl des en chef commandirenden kaiserlichrussischen Generals Kutussow sich mit diesen zu vereinen.
Den 8. November gehörten die Abtheilungen des F.M.L. Baron Kienmayer zur Arrieregarde der unter dem F. M. L. Fürsten Auersperg in Nieder-Oesterreich um Wien stehenden Truppen.
Ein Standesausweis ddo. Perschling den 9. November gibt den ausrückenden Stand des Regimentes wie folgt an: vier Stabs-, 40 Oberofsiciers, 86 Unterofficiers, zwölf Trompeter, 600 Gemeine, in Summe 742 Mann und Pferde.
Da die Ereignisse drängten, wurde der Rückzug gegen Mähren beschleunigt, und bei Olmütz vereinigte sich Kutussow mit der von Buxhövden befehligten zweiten russischen Armee. Nach einer neuen am 15. November herausgegebenen Ordre de Battille stand O'Reilly-Chevauxlegers mit Erzherzog-Johann-Dragoner in der Brigade des Generalmajors Baron Wodniansky unter F. M. L. Grafen Vincenz Kollowrat, im Corps des F. M. L. Fürsten Johann Liechtenstein. Major Baron Scheither des Regimentes war mit der Führung eines Streifcommando beauftragt, und hatte zu diesem Zwecke zwei Escadrons des Regimentes und eine von Schwarzenberg-Uhlanen beigegeben.
Den 26. November war O'Reilly-Chevauxlegers mit fünfzehn russischen Kosaken-Schwadronen, 1/4-Escadron Merveld-Uhlanen (jetzt Nr. 1) und einer russischen Batterie reitender Artillerie in der Brigade des Generalmajors Baron Stutterheim und der fünften unter Commando des F. M. L. Fürsten Hohenlohe stehenden Colonne eingetheilt, und rückte an diesem Tage von Nedweiß gegen Brzezowitz.
Nach den Standesausweisen der combinirten österreichisch, russischen Armee war das Regiment O'Reilly mit einer Stärke von 900 Mann und Pferden ausgerückt.
Am 24. November war auch Großfürst Constantin mit den kaiserlich-russischen Garden bei dem Heere eingerückt.
In den letzten Tagen Novembers rückte der französische Kaiser über Brünn vor und am 2. December sollte bei Austerlitz die berühmte Drei-Kaiser-Schlacht geschlagen werden.
Das Chevauxlegers-Regiment Graf O'Reilly war in der Avantgarde der zur Schlacht vorrückenden alliirten Armee. Diese Avantgarde wurde, fünf Bataillons, drei Compagnien und 35 Escadrons stark, vom F. M. L. Baron Kienmayer befehligt. Das Regiment bildete nebst einer halben Escadron Merveld-Uhlanen, den Kosaken-Regimentern Lesajew und Melentiew nebst zwei Cavallerie - Batterien die Brigade des Generalmajors Baron Stutterheim. Die Avantgarde eröffnete im dichten Nebel des Morgens die Schlacht mit dem Angriff auf das Dorf Tellnitz, welches nach zweistündigem mörderischen Kampfe von der Jnfanterie erobert wurde. Aber um 9 Uhr hatte es der französische Marschall Davoust wieder genommen, und verfolgte die weichenden Vertheidiger, wurde jedoch durch die alliirte Cavallerie, unter welcher auch O'Reilly-Chevauxlegers, angegriffen und mit Verlust zurückgeworfen. Als endlich der kaiserlich-russische General-Lieutenant Buxhövden mit der ersten Colonne (Docorow) des linken Flügels vorrückte, wurde Davoust aus Tellnitz vertrieben und zog sich gegen Sokolnitz zurück. — Nun erst entbrannte die Schlacht auf der ganzen Linie. Jn der Mitte (bei der vierten Colonne des F. M. L. Grafen Kollowrat unter dem directen Befehle Kutussow's) eroberten die Franzosen die Höhen von Pratzen. Sie schlugen den rechten Flügel (fünfte Colonne des F. M. L. Fürsten Johann Liechtenstein, Reserve und Garden unter den General Lieutenants Fürsten Bagration und Großfürsten Constantin) bei Blasowitz, Kojenowitz, Hollubitz und Rausnitz. Auf dem linken Flügel endlich erlitten die zweite und dritte Colonne (unter den kaiserlich-russischen General-Lieutenants Langeron und Przibiszewsky) bei Sokolitz und Kobelnitz große Nachtheile. General-Lieutenant Buxhövden wollte mit der ersten Colonne von Tellnitz über Aujezd der vierten Colonne (im Centrum) zu Hilfe eilen. Seine linke Flanke gegen die Höhen deckte er mit den Regimentern O'Reilly-Chevauxlegers, Szekler-Hußaren und einigen Kosaken-Abtheilungen. Aber der französische Kaiser stellte sich ihm bei Aujezd selbst in den Weg. Die Reste des linken Flügels zogen sich unter ununterbrochenem hartnäckigen Kampfe über Tellnitz, Satschau und Menitz nach Ottnitz zurück. Das Chevauxlegers-Regiment O'Reilly deckte nun im Vereine mit Szekler-Hußaren diesen Rückmarsch. Die Division Vaudamme folgte den Russen auf dem Fuße. Zwei französische Dragoner-Regimenter, die von Sokolnitz herabkamen, wurden von dem diesseitigen Regimente und den Hußaren mit großer Tapferkeit mehrmals zurückgeschlagen. Ein kaiserlich-russisches Regiment hatte bis jetzt Tellnitz heldenmüthig vertheidigt, bis Docorow sich mit der ersten Colonne gerettet hatte. Jetzt wurde auch Tellnitz von den Russen geräumt und von den nachdrängenden Franzosen besetzt. Diese letzteren beschossen nun aus einer starken Batterie das Regiment O'Reilly-Chevauxlegers mit Kartätschen. Dieses so in die Flanke genommen, verlor viele seiner Braven, aber nichts hinderte die tapfern Chevauxlegers, mit seltener Ausdauer und Unerschrockenheit ihre Stellung auf der Höhe zwischen Tellnitz und dem Satschaner Teiche zu behaupten und dem mörderischen Feuer mit kalter Ruhe zu trotzen, damit die russische Jnfanterie Zeit gewinnen konnte, den Rückmarsch über den Damm auszuführen. Das spätere dortige Erscheinen einer österreichischen Cavallerie-Batterie dämpfte durch die Wirksamkeit ihrer Schüsse in etwas das Feuer der feindlichen Geschütze. Als die Jnfanterie den Marsch über den Damm vollendet hatte und über Neudorf und Ottnitz nach Milleschowitz marschirte, blieb die Cavallerie, darunter auch O'Reilly-Chevauxlegers, auf der Anhöhe bei Neudorf stehen, um diesen Zug zu decken. Die Erinnerung an die Drei-Kaiser-Schlacht bei Austerlitz ist mit jener an O'Reilly-Chevauxlegers innig verbunden und der 2. Deeember 1805 ein glänzender Ruhmestag in den Annalen dieses Regimentes, dessen Namen mit jenem seines tapfern Führers Obersten Grafen Degenfeld in den Tafeln der Geschichte dieses gigantischen Kampfes mit unauslöschlichen Lettern prangt.
Doch hatten diese so ruhmreichen Tage auch dem Regimente blutige Opfer gekostet. So wurde der Oberlieutenant Gäßler durch eine Granate am Arm schwer blessirt, auch wurde der Oberlieutenant Hohenheiser, welcher sich an diesem Tage durch seine Tapferkeit besonders bemerkbar gemacht hatte, anfänglich vermißt. An Todten, Verwundeten und Gefangenen hatte das Regiment 26 Mann und 45 Pferde. Besonders hebt Oberst Gras Degenfeld in einem Berichte aus Saitz, den 6. December die entschlossene und ruhige Haltung der Oberstlieutenants-Division im stärksten Kartätschenfeuer mit vielem Lobe hervor.
Der Rittmeister Sardagna hatte noch während der Schlacht den Befehl erhalten, mit einem nur sehr schwachen Flügel seiner Escadron der Oberst-ersten und zwei Officieren nebst 50 Pferden des kaiserlich-russischen Dragoner-Regimentes Czernikow und einigen Kosaken-Abtheilungen den rechten Flügel der sich zurückziehenden alliirten Armee durch Streifungen zu decken. Jn einem Berichte an den General» Quartiermeister Generalmajor v. Weyrother vom 3. December beschwert sich Rittmeister Sardagna über das Benehmen der beigehabten Kosaken, welche sich während der Schlacht von ihm entfernt und ganz zerstreut hatten, weßhalb er um die Zutheilung der ganzen, von ihm gewöhnlich commandirten Oberst-Division zu dieser Streifung ansucht. Noch am selben Tage vereinigte sich Rittmeister Graf Lazansky, welcher die andere Schwadron der ebengenannten Division befehligte, während des Rückzuges den rechten Flügel der retirirenden Colonne deckend, mit demselben.
Die russisch-österreichische Armee zog sich an die March zurück. Am 16. December wurde der Waffenstillstand geschlossen, am 7. die Friedensunterhandlungen zwischen Oesterreich und Frankreich begonnen. Die Russen marschirten durch Schlesien in ihr Vaterland zurück.
Am 10. December hatte das Chevauxlegers-Regiment O'Reilly den Befehl erhalten, nach Ostrau einzurücken und erhielt seine Eintheilung in die Qua-Division des Generalmajors Grafen Carneville und die Brigade seines Commandanten und Qua-Brigadier Obersten Grafen Degenfeld. Die Aufstellung des Regimentes in der am 6. December festgesetzten Demarcationslinie durch Mähren bis Preßburg in Ungarn war folgende: Stab und Oberst-Division in Hradisch, Oberstlieutenants-Division in und um Napagedl, erste Majors-Division in Ostrau und Wesseln, die zweite Majors-Division in Strasnitz und Sudomirschitz. Der ausrückende Stand des Regimentes war 345 Mann und Pferde stark, da es durch Fatiquen und Krankheiten so herabgekommen war.

Geschichte des k. k. achten Uhlanen-Regimentes Ezherzog Ferdinand Maximilian von seiner Errichtung 1718 bis August 1860, p. 91-94

HR 4

Am 23. stand das verbündete Heer zwischen Olschan und Olmütz; F. M. L. Kienmayer mit der österreichischen Vorhut, bei welcher das Regiment mit einer halben Escadron Schwarzenberguhlanen Nr. 2 unter G. M. Nostitz die Eintheilung erhalten hatte, bei Kralitz; die französische Armee in Cantonnirungen in und um Brünn.
Am 27. November um 8 Uhr Morgens setzten sich die verbündeten Armeen in fünf Colonnen in Marsch; das Regiment befand sich in der fünften Colonne im Corps des F. M. L. Fürst Hohenlohe, Division F. M. L. Kienmayer, Brigade G. M. Nostitz. dabei 50 Escadrons Russen unter G. L. Uwarow, Brigadier Piritzki. Die Armee marschirte mit vieler Vorsicht, weil ihr die Bewegungen des Feindes unbekannt waren. Nach einem vierstündigen Marsche langte dieselbe auf den bestimmten Formirungspunkten an, wo man erfuhr, dass die Franzosen keine Bewegung gemacht haben und dass deren Avantgarde in Wischau weder verstärkt, noch vermindert worden sei. Man machte sich also gefasst. dieselbe Tags darauf anzugreifen, wozu Fürst Bagration befehligt wurde. Das Regiment erhielt im Bivouac den Armeebefehl vom 26. November, vermöge welchem an die Stelle des am 15. October in den RuhSstand getretenen Oberstlieutenants Johann Neu mann von Buchhold der erste Major August Baron Vécsey zum Oberstlieutenant,, der zweite Major Johann Graf Maggy zum ersten Major, und der Rittmeister Anton von Homonnay zum zweiten Major befördert wurden; statt des verwundeten Majors Graf Maggy commandirte der Maria-Theresiens-Ordensritter Rittmeister Jünger die erste Majorsdivision.
Am 28. brach der Vortrab der russischen Armee mit Tagesanbruch auf. Sobald sich die Russen, und auf ihrem linken Flügel die Cavallerie des F. M. L. Baron Kienmayer, welche aus dem Regiment und 6 Escadrons Szekler-Huszären bestand, vor Wischau und auf den Anhöhen von Brinolitz zeigten, verliess die französische Cavallerie Wischau in grösster Eile und liess nur 100 Mann zurück. Der Generaladjutant Dolgoruky besetzte Wischau mit zwei Bataillons und nahm die zurückgebliebenen 4 Officiere und 100 Mann gefangen. Die feindliche Cavallerie erhielt bei ihrem Rückzuge nach Rausnitz beträchtliche Verstärkungen, wurde aber von der russischen Cavallerie lebhaft verfolgt, welche dann bei Rausnitz Stellung nahm. Um dieselbe Zeit, als dieses Gefecht begann, erschien F. M. L. Baron Kienmayer mit den beiden Huszarenregimentern, besetzte die Anhöhen von Alt-Rausnitz und deckte die linke Flanke des russischen Vortrabs, dessen Cavallerie sich sehr tapfer geschlagen und die französische in die Flucht getrieben hatte. Gegen Abend liess Bagration Rausnitz. welches noch von feindlicher Infanterie besetzt war, mit zwei Bataillons Jäger und Kosaken stürmen und nahm dasselbe in Besitz. Murat, welcher hier befehligt hatte, zog sich nach dem Posthause von Posorsitz zurück.
An demselben Tage folgte die Armee, wie Tags vorher, in fünf Colonnen ihrer Avantgarde. Auf diese Bewegung der Alliirten verliessen die Franzosen ihre Cantonnirungen. Nach einem von Austerlitz gegebenen Signal vereinigte daselbst der Marschall Soult sein Corps und verliess die bisher besetzten Dörfer.
Am 29. marschirte die combinirte Armee von Lultsch und von den Anhöhen bei Roska auf die Anhöhen von Hluboschan und Kutscherau. Während diesen Bewegungen der Armee schob Bagration seine Vorposten bis nach Posorsitz vor; Kienmayer marsehirte mit den beiden Huszarenregimentern und den übrigen Truppen seines Avantgardecorps nach Letonitz, liess bis Butschowitz und Austerlitz streifen und die Vorposten bis Krzenowitz und Austerlitz vorrücken. Einige Ofhcierspatrullen des Regiments ritten bis auf die Höhe von Praza, und sahen von hier, dass sich die französische Armee in den Dörfern Menitz, Telnitz, Sokolnitz. Kobelnitz und Schiapanitz schleunigst coneentrire, welche Bewegungen des Feindes sogleich in das Hauptquartier gemeldet wurden.
Am 30. in der Früh formirten sich beide Huszarenregimenter; G. M. Fürst Moritz Liechtenstein, welcher soeben angekommen war, übernahm das Brigadecommando und marschirte bis Austerlitz, wo die Vorposten über Krzenowitz nach Hostieradek vorpoussirt wurden und die Verbindung mit der russischen Avantgarde am Posthause von Posorsitz aufgestellt ward. Nachmittag gingen mehrere Patrullen gegen die feindlichen Vorposten vor, um sich von der feindlichen Stellung zu überzeugen, da Nachrichten im Hauptquartier eingelaufen waren, dass die feindliche Armee vor Brünn keine Schlacht wagen würde und auf dem Rückzuge sei. Man fand aber Alles in der gestrigen Stellung und überall sah man die Franzosen um die Feuer, was dann in das Hauptquartier gemeldet wurde.
Fürst Bagration drang mit der ganzen russischen Avantgarde bis zu dem oft genannten Posthause vor, besetzte mehrere nahe liegende Ortschaften, und liess bis zum Wirthshause Diwaroszna streifen. Noch Vormittags rückten die beiden SzeklerInfanterieregimenter vor Austerlitz in's Lager. Die Russen suchten gegen Diwaroszna an der Chaussee vorzudringen, wo die Franzosen auf der Kuppe des an der Strasse liegenden konischen Hügels 18 Kanonen schweren Calibers aufführten und die vordringenden Russen heftig beschossen. Das Gefecht wurde auf der ganzen russischen Linie allgemein und endete mit der Nacht ohne Erfolg. Oberst Baron Mohr wurde mit einer Division des Regiments und einer von Szekler-Huszären mit dem Auftrage vorgesendet, in Aujezd Stellung zu nehmen, bis Tellnitz und Mönitz zu streifen und diese Strassen zu sichern.
Gegen 8 Uhr Früh am 1. December rückte der Feind mit einigen Escadrons aus seinem Lager hinter Tellnitz und Sokolnitz über Pratzen vor, besetzte die Höhe ober dem letzteren Orte, drückte unsere Vedetten zurück und delogirte durch Umgehungen den Obersten Baron Mohr aus Aujezd. Den ganzen Vormittag wurde geplänkelt. Die combinirte Armee war auch an diesem Tage nach dem Abkochen vorgerückt und hatte von Posorsitz bis Aujezd Stellung auf den dazwischen liegenden Anhöhen genommen. Das Szekler-Huszärenregiment warf die französische Reiterei wieder nach Tellnitz zurück, worauf das Regiment in dem Avantgardecorps des F. M. L. Baron Kienmayer auf den äussersten linken Flügel der Armee bei Aujezd vorrückte und hier das Bivouac bezog.
Ungefähr 8 Uhr Abends sah man die ganze feindliche Armee in drei Treffen mit tausenden Fackeln hell beleuchtet. Die Vorposten waren der Meinung, dass der Feind sein Lager angezündet habe und den Rückzug antrete. Um sich hievon zu überzeugen, ritten einige Patrullen des Regiments so nahe als möglich an das feindliche Lager, wo sie deutlich sahen, dass die Franzosen ihr Lagerstroh, in Büscheln gebunden, angezündet, und unter dem Rufe „vive l'empereur!" in die Höhe hielten, und mithin ihrem Kaiser eine Ovation darbrachten. Wie man später erfuhr hatten die französischen Soldaten den Jahrestag der Kaiserkrönung Napoleons auf diese Art gefeiert.
Das Hauptquartier der combinirten österreichisch-russischen Armee war zu Krzenowitz. Die erste Colonne stand in zwei Linien auf den Anhöhen bei Klein-Hostieradek: die zweite ebenfalls in zwei Linien auf den Anhöhen von Pratzen, rechts neben der ersten Colonne; die dritte Colonne rechts auf diesen Höhen, dahinter die vierte Colonne; die fünfte unter Liechtenstein, 82 Escadrons, stand unter diesen Anhöhen hinter der dritten und vierten Colonne, endlich das Reservecorps unter Grossfürst Constantin über Austerlitz mit dem linken Flügel gegen Krzenowitz und mit dem rechten gegen die grosse Strasse von Austerlitz nach Brünn. Die Avantgarde stand über Holubitz und Blasowitz hinaus, Kienmayer mit 22 Escadrons, dabei das Regiment und fünf Bataillons bei Aujezd; eine Division des Regiments war mit einer Escadron SzeklerHuszaren unter Oberstlieutenant Rakowsky bei Holubitz aufgestellt.
Der Feind hatte den Aufmarsch der combinirten Armee nicht beunruhigt, sondern überall seine Vorposten zurückgezogen. Napoleon hielt seine Macht in vereinten Massen beisammen, um die Ereignisse nach Gefallen zu lenken. Marschall Bernadotte, welcher sich am nämlichen Tage mit ihm vereinigt hatte, stand Anfangs auf der linken Seite der grossen Landstrasse; in der Nacht aber liess ihn Napoleon über diese Strasse herüber marschiren und stellte ihn hinter das Dorf Girschikowitz, welches stark besetzt wurde. Dieses Corps formirte das Centrum der Franzosen. Die Cavallerie Murat's stand hinter dessen linken Flügel. Den linken Flügel formirte das Corps Lannes, welches sich an Murat lehnte. Der rechte Flügel unter Soult stand zwischen Kobelnitz und Sokolnitz, die Division Legrand, als äusserster rechter Flügel, besetzte Sokolnitz und Tellnitz; die französischen Garden standen als Reserven unter Duroc bei Turas; die Division Friant beim Kloster Reigern, um das Corps Merveldt zu beobachten, welches von Pressburg im Anmarsche war.
Diess war die Stellung der beiden Armeen in der Nacht vom 1. zum 2. December, die letzte vor der berühmten drei Kaiserschlacht bei Austerlitz. Am 2. December nach Mitternacht erhielten die Generale der combinirten Armee die Disposition zum Angriffe der Franzosen.
Das Officierscorps des Regiments bestand am Tage der Schlacht bei Austerlitz aus:
Oberstinhaber F. M. L. Friedrich, Erbprinz zu Hessen-Homburg.
Oberst-Regimentscommandant Johann Friedrich Freiherr v. Mohr.
Oberstlieutenant August Baron Vécsey.
Major Johann Graf Maggy, Anton v. Homonnay.
Caplan Franz Sporniry.
Auditor Anton Magino.
Arzt Joseph Döbler.
Erste Kittmeister Alexander Medvey, Joseph Fraunberger, Johann Temlin, Joseph Graf Nemes, Vincenz Ritter Jünger, Johann Gyurcsák, Alexander v. Forisch, Johann Lepossa.
Zweite Rittmeister Joseph Makay, Johann Pogány, Georg Haron Seckendorf, Ignaz Stelczer, Jacob Zwilling, Andreas Quosdenchevich.
Oberlieutenants Johann Alberitzi, Andreas Bartos, Samuel Mattolay, Egydius Depauer, Sigmund Ekler, Anton Zrinszky, Laurenz Swaby, Gregor Agoston, Georg Graf Orsich, Stephan Nemeth. Ignaz Dosa. Andreas Mihályi.
Unterlieutenants Ferdinand Medvey, Franz Gröbner, Jacob Vellimirovics, Joseph Waczek, Georg Kigo, Thomas Hácskay, Stephan Batta, Stephan Borbély, Joseph Meyer, Samuel Vörös, Carl Gross, Lucas Szimits, Jobann Drobny.
Bei der Depôtescadron zu Radom:
Rittmeister Georg Gotthardt, Daniel Dobay.
Obertieutenants Faul Vörös, Carl v. Keller, Johann Grützner.
Unterlieutenants Stephan Ordödy, Joseph Vörös.
Rechnungsführer Ignaz Gröbner.
Adjutanten beim Inhaber zweiter Rittmeister Johann Wrana, beim G. M. Baron Mecsery zweiter Rittmeister Ladislaus Zsitvay, beim G. M. Fürst Liechtenstein Oberlieutenant Mathias Sarospataky.
Krank zu Trencsiu Oberlieutenant Ignaz Morvay.
Am Marsch mit einem Ergänzungstransport Oberlieutenant Nicolaus Vörös.
Um 7 Uhr Morgens des 2. December setzte sich die verbündete Armee in Bewegung und verliess die Anhöhen bei Pratzen. Das Gebebt begann auf dem linken Flügel der Verbündeten. Nach Anbruch des Tages hatten die Vorpostendetachements des Regiments den Befehl erhalten, sich unverzüglich bei Aujezd zu sammeln, und nur Oberstlieutenant Rako ws ky blieb noch mit den genannten Schwadronen auf dem Posten bei Holubitz.
Um 7 1/2 Uhr stellte sich der linke Flügel in Schlachtordnung, und begann vorzurücken. Das Regiment auf dem rechten und Szekler-Huszären auf dem linken Flügel unter Commando ihrer Generale Graf Nostitz und Moriz Fürst Liechtenstein marschirten bis unter den Schuss der feindlichen Tirailleurs, konnten aber wegen dem vor Tellnitz äusserst coupirten Terrain dem Feinde nicht an den Leib rücken.
F. M. L. Baron Kienmayer liess daher das zweite SzeklerInfanterieregiment mit klingendem Spiele vorrücken und den vor Tellnitz hinter einem alten Aufwurf stehenden Feind angreifen; dieser wurde verstärkt, das Musketenfeuer begann und wurde auf diesem Punkte sehr lebhaft. Die Franzosen vertheidigten sich hartnäckig und die Grenzer griffen mit allem Ungestüm an. Die Huszären stellten sich an die Flanken dieser Infanterie, um die feindliche Cavallerie abzuhalten, welche man jenseits des Defilee's von Tellnitz wahrnahm, im Falle sie zum Angriffe der SzeklerInfanterie vordringen sollte. Den Huszären, vorzüglich jenen des Regimentes, wurden viele Leute verwundet und viele Pferde von den feindlichen Tirailleurs getödtet, aber es gelang dem Feinde nicht, sie zum Weichen zu bringen.
Kienmayer unterstützte nun den Angriff durch das erste Szekler-Regiment, welchem noch ein Bataillon Brooder Grenzer folgte; das Gefecht ward sehr lebhaft, das erste Szekler-Bataillon verlor fast die Hälfte seiner Leute, aber endlich gelang es ihrer Tapferkeit sich der Höhe zu bemächtigen.
Der Feind hatte seine Infanterie in den Graben geworfen, der das Dorf Tellnitz wie eine Verschanzung umgab. Der Kampf ward sehr mörderisch. Die Szekler-Bataillons drangen in das Dorf, wurden aber wieder zurückgeworfen; sie schlugen sich mit vieler Tapferkeit und verloren fast zwei Dritttheilc ihrer Leute durch Tod und Verwundung. Das Gefecht dauerte fast eine Stunde; der Feind hatte noch bedeutende Reserven von der Division Legrand hinter dem Dorfe. Endlich brach die Spitze der ersten Colonne unter dem russischen General Doktorow aus Aujezd hervor. General Buxhöwen, der sich bei dieser Colonne befand, sandte Kienmayer ein Bataillon des 7. Jägerregiments zur Unterstützung und eine Brigade als Rückhalt. Vereint mit den Szeklern warfen sie mit dem Bajonnet sieben sich tapfer vertheidigende feindliche Bataillons aus dem Dorfe hinaus. Kurz vorher war der Nebel so dicht eingefallen dass man in dem Pulverrauche kaum einige Schritte weit sehen konnte, was diesen Sturm sehr erschwert hatte. Der Feind räumte das Defilee, liess nur einige Tirailleurabtheilungen in den Weingärten und stellte sich hinter demselben in Schlachtordnung.
Es war ungefähr 9 Uhr Früh, als der französische General Friant vom III. Corps, den dichten Nebel und Pulverdampf der auf dem Thale lag benützend, das Dorf erneuert angriff und auch die russischen Jäger und Oesterreicher, die es vertheidigten, zurück drückte. Das russische Regiment Neu-Ingermanland ward mit in die Flucht gerissen und verbreitete Verwirrung bis in das erste Treffen der Colonne. Der Feind verfolgte die Weichenden bis auf die diesseitigen Höhen und war schon bis auf 15 Schritte an den Flügel der Oberstlieutenantsdivision des Regiments angerückt, als Oberst Baron Mohr zur Attaque blasen liess und sich Oberstlieutenant Baron Vecsey mit seiner Division mit solchem Ungestüm auf die siegesgewissen Franzosen warf, dass zwei Bataillons zasammengehauen, die übrigen zurückgeworfen und über 300 Mann gefangen wurden. Für diese ausgezeichnete Heldenthat, welche dem Regiment Hessen-Homburg-Huszären einen unsterblichen Ruhm in der Kriegsgeschichte Oesterreichs sichert, erhielt Oberst Baron Mohr ohne Capitel und der Oberstlieutenant Baron Vecsey sowohl für diese That und jene bei Enns in der 70. Promotion vom 22. Jänner 1806 das Ritterkreuz des Maria-Theresien-Ordens.
Unterdessen hatte die Sonne den dichten Nebel überwunden, welcher bisher auf dem Schlachtfelde lag und keine Aussicht gestattete, jene „berühmte Sonne bei Austerlitz", von der später Napoleon so gerne als von seiner Glückssonne zu reden pflegte, um seine Soldaten zu enthusiasmiren. Auch beim Regiment bleibt die Sonne von Austerlitz in immerwährender Erinnerung, denn ihre Strahlen beleuchteten eine Heldenthat desselben, würdig den Heroen des Alterthums.
Kienmayer's Abtheilungen rückten nach dem Siege des Regiments, welcher dem tapferen, noch als Wachtmeister mit der silbernen Tapferkeitsmedaille gezierten Oberlieutenant Andreas Mihälyi das Leben kostete, neuerdings vorwärts undTellnitz wurde wieder genommen. Die Artillerie eröffnete von der Anhöhe ein heftiges Feuer auf die retirirenden Franzosen ,und nachdem sie sich gänzlich von diesem Punkte zurückgezogen hatten, blieb das Regiment bei Tellnitz. welches mit einigen Bataillons und Artillerie besetzt wurde, stehen, während die Cavalleriebrigade Liechtenstein mit der Infanteriebrigade Stutterheim durch das Defilee vorrückten und sich jenseits in Schlachtordnung formirten.
Der Feind verliess nun gänzlich die Ebene zwischen Tellnitz und Turas, wurde aber nicht verfolgt, da die Verbindung mit der zweiten Colonne noch nicht hergestellt war. F. M. L. Baron Kienmayer sendete einen Officier mit der Meldung seiner vollzogenen Vorrückung in das Hauptquartier und erwartete weitere Befehle. Da sich aber bald eine feindliche Cavalleriemasse an den Höhen von Turas zeigte, liess er die Szekler-Huszären vorrücken, worauf die feindliche Cavallerie umkehrte und verschwand.
Es war ungefähr 9 Uhr Früh, als der französische General Friant vom III. Corps, den dichten Nebel und Pulverdampf der auf dem Thale lag benützend, das Dorf erneuert angriff und auch die russischen Jäger und Oesterreicher, die es vertheidigten, zurück drückte. Das russische Regiment Neu-Ingermanland ward mit in die Flucht gerissen und verbreitete Verwirrung bis in das erste Treffen der Colonne. Der Feind verfolgte die Weichenden bis auf die diesseitigen Höhen und war schon bis auf 15 Schritte an den Flügel der Oberstlieutenantsdivision des Regiments angerückt, als Oberst Baron Mohr zur Attaque blasen liess und sich Oberstlieutenant Baron Vecsey mit seiner Division mit solchem Ungestüm auf die siegesgewissen Franzosen warf, dass zwei Bataillons zasammengehauen, die übrigen zurückgeworfen und über 300 Mann gefangen wurden. Für diese ausgezeichnete Heldenthat, welche dem Regiment Hessen-Homburg-Huszären einen unsterblichen Ruhm in der Kriegsgeschichte Oesterreichs sichert, erhielt Oberst Baron Mohr ohne Capitel und der Oberstlieutenant Baron Vecsey sowohl für diese That und jene bei Enns in der 70. Promotion vom 22. Jänner 1806 das Ritterkreuz des Maria-Theresien-Ordens.
Unterdessen hatte die Sonne den dichten Nebel überwunden, welcher bisher auf dem Schlachtfelde lag und keine Aussicht gestattete, jene „berühmte Sonne bei Austerlitz", von der später Napoleon so gerne als von seiner Glückssonne zu reden pflegte, um seine Soldaten zu enthusiasmiren. Auch beim Regiment bleibt die Sonne von Austerlitz in immerwährender Erinnerung, denn ihre Strahlen beleuchteten eine Heldenthat desselben, würdig den Heroen des Alterthums.
Kienmayer's Abtheilungen rückten nach dem Siege des Regiments, welcher dem tapferen, noch als Wachtmeister mit der silbernen Tapferkeitsmedaille gezierten Oberlieutenant Andreas Mihályi das Leben kostete, neuerdings vorwärts undTellnitz wurde wieder genommen. Die Artillerie eröffnete von der Anhöhe ein heftiges Feuer auf die retirirenden Franzosen ,und nachdem sie sich gänzlich von diesem Punkte zurückgezogen hatten, blieb das Regiment bei Tellnitz. welches mit einigen Bataillons und Artillerie besetzt wurde, stehen, während die Cavalleriebrigade Liechtenstein mit der Infanteriebrigade Stutterheim durch das Defilee vorrückten und sich jenseits in Schlachtordnung formirten.
Der Feind verliess nun gänzlich die Ebene zwischen Tellnitz und Turas, wurde aber nicht verfolgt, da die Verbindung mit der zweiten Colonne noch nicht hergestellt war. F. M. L. Baron Kienmayer sendete einen Officier mit der Meldung seiner vollzogenen Vorrückung in das Hauptquartier und erwartete weitere Befehle. Da sich aber bald eine feindliche Cavalleriemasse an den Höhen von Turas zeigte, liess er die Szekler-Huszären vorrücken, worauf die feindliche Cavallerie umkehrte und verschwand.
Um 12 1/2 Uhr langte die unerwartete Nachricht an, dass der Feind im Centrum stark eingedrungen, die dortige Colonne zum Weichen gebracht und nun mit zahlreicher Infanterie und Cavallerie auf demAujezder Berge unaufhaltsam vorrücke. Die österreichische Cavalleriebrigade jenseits Tellnitz ging wieder durch das Defilee und Dorf zurück, welches auch die Infanterie räumte und sich auf der diesseitigen Anhöhe aufstellte, um diesen Punkt zu halten und den Rückmarsch des russischen Generals Buxhöwen nach Aujezd zu decken. Die Szekler-Huszären, Oreilly-Chevauxlegers und zwei Regimenter Kosaken rückten auf der Ebene zwischen den Bergen und Dörfern Tellnitz und Sokolnitz vor, um die Flanke der russischen Infanterie zu decken; General Graf Nostitz mit dem Regimente marschirte mit der Colonne. Nun hatten die Franzosen nach den errungenen Vortheilen im Centrum schon 20 Bataillons anrücken lassen und sich von Pratzna bis zur Capelle ober Aujezd mit überraschender Schnelligkeit ausgebreitet.
In dem Augenblicke, da die russische Colonne Aujezd erreichte, drangen auch die Franzosen von der Anhöhe in dieses Dorf ein, dessen sie sich nach einem lebhaften, aber kurzen Musketenfeuer bemächtigten. Es war die Division Vandamme, welche auf den Anhöhen von Pratzen gestanden und sich nach und nach auf die Höhe ober Aujezd gezogen hatte. In und um Aujezd wurden 4000 Russen gefangen, die auch ihre Kanonen verloren; Buxhöwen gelangte mit einigen Bataillons bei Austerlitz zur Armee. Das Centrum und das Ende dieser ersten Colonne, welche sehr stark waren, zogen sich unter dem Generallieutenant Doktorow auf die Ebene zwischen Tellnitz und die Teiche zurück, nachdem die Franzosen Aujezd besetzt hatten. Der Rückzug konnte nur über einen sehr schmalen Damm zwischen zwei Teichen geschehen, auf welchem nur zwei Mann neben einander marschiren konnten, und man musste diesen Weg einschlagen, weil zu befürchten stand, die Franzosen möchten durch Aujezd und Satschan gehen, um den Teich herum marschiren. und auf solche Art den Damm und Rückzug abschneiden, wodurch der linke Flügel verloren gewesen wäre. F. M. L. Baron Kionmayer ging mit den Hessen-HomburgHuszären voraus und stellte sich auf den Anhöhen zwischen Satschan und Ottnitz auf, um diesen Punkt zu beobachten. Die Regimenter Szekler-Huszaren und Oreilly-Chevauxlegers unterstützten stets den General Doktorow, und rückten während dieser Bewegungen auf der Ebene zwischen Aujezd und Sokolnitz vor. Hier rückten ihnen zwei französische Dragonerreghnenter, welche von Sokolnitz kamen, entgegen, die aber, als sie die russische Infanterie unterstützt sahen, links auf die Anhöhe bei Aujezd marschirten.
Das Ende dieser Schlacht war so sonderbar, dass jetzt die französischen Truppen des rechten Flügels Austerlitz den Rücken zuwendeten, um die Ueberreste des linken Flügels der Alliirten anzugreifen, und in dieser Absicht die nämlichen Anhöhen herunter rückten, von wo aus eben dieser Flügel in der Früh gegen sie anmarschirt war.
Es war ungefähr 2 Uhr Nachmittags und die Schlacht auf dem Ueberreste derLinie entschieden, als die Division Vandamme eingriff, um sie vollkommen zu beendigen.
Die russische Infanterie retirirte unter der fortwährenden Deckung der österreichischen Cavallerie, welche durch das Kartätschenfeuer der Franzosen stark mitgenommen wurde, bis auf die Anhöhe, welche hinter Tellnitz, bei Menitz an einen Teich stösst. Ein russisches Infanterieregiment, unter General Lewis, besetzte den Graben vor Tellnitz und hier machten auch die beiden Szekler Huszarenescadrons mit dem Obersten Baron Geringer und das Regiment Oreilly-Chevauxlegers Front gegen den Feind (Vandamme). Zwei feindliche Cavallerieregimentr griffen sofort an, wurden aber mehrere Male zurückgeworfen und vom Obersten Baron Geringer mit den beiden Szekler-Escadrons und einem Pulk Kosaken in der Flanke heryhaft angegriffen, worauf sie gänzlich das Feld räumten. Auch das russische Infanterieregiment in dem Graben vor Tellnitz hatte sich sehr tapfer gehalten und alle Angriffe blutig abgewiesen.
Nun brachte der Feind seine Artillerie vor und überschüttete Cavallerie und Infanterie mit einem Kartätschenhagel, bei welcher Gelegenheit auch Oberst Baron Geringer von einer Kugel ober dem linken Schlafe so stark getroffen wurde, dass er besinnungslos vom Pferde zu Boden fiel, das Pferd der dann weichenden Truppe zulief und der Oberst vor der nicht mehr weit entfernten, im Vorrücken befindlichen feindlichen Infanterie liegen blieb.
Das russische Regiment verliess endlich den Graben, welchen dasselbe mit heldenmüthiger Tapferkeit gehalten hatte und niai-schirte zurück. Szekler-Huszaren und Oreilly-Chevauxlegers, mit welchen sich unterdessen das Regiment trotz dein mörderischen Feuer des Feindes vereinigt hatte, besetzten nun die Anhöhe, um den Rückzug der russischen Infanterie zu decken. Das ganze Feuer der feindlichen Artillerie richtete sich nun auf diese Cavallerie — Oreilly-Chevauxlegers verloren sehr viele Leute -- aber sie hielt standhaft aus und stand wie eine Mauer.
Die russische Infanterie konnte über den benannten Damm nur langsam retiriren, daher die Cavallerie lange Zeit aushallen musste. Die feindlichen Kanonenkugeln zerschmetterten das Eis des Teiches und es sind dadurch allerdings einige Russen versunken. aber dass das ganze Corps hier zu Grunde ging, wie es in den französischen Berichten hiess, war nicht der Fall. Im Gegenthei! sammelten sich die Russen drüben angelangt in guter Ordnung und stellten sich, wenigstens 8000 Mann stark, in Front auf.
Nachdem sämmtlichc Russen den Damm passirt hatten, zog sich auch die Cavallerie, welche so lange die Anhöhe heldenmüUiig gehalten halte, ebenfalls über diesen Damm, verfolgt von dem Feuer der nun auf der Anhöhe aufgel'ahrenen feindlichen Artillerie, zurück.
Es war jetzt ungefähr i Uhr und es fing schon an dunkel zu werden. Man setzte den Rückzug über Boskowitz fort; die Truppen marschirten die ganze Nacht unter einem strömenden Regen, der die Wege so verdarb, dass viele Kanonen stecken blieben und zurückgelassen werden mussten. Major Molitor von OreillyChevauxlegers mit einer Escadron seines und einer des SzeklerHuszärenregimentes stellten sich bei Mautnitz auf, um den Rückzug des linken Flügels zu decken.
Oberstlieutenant Rakowsky, welcher, wie früher gesagt, beim Beginn der Schlacht mit einer Escadron Szekler- und einer Division Hessen-Homburg-Huszären auf dem rechten Flügel der Armee stand, war über die Anhöhen von Austerlitz und Krzenowitz marschirend, vor llostieradek eingetroffen, konnte aber nicht mehr zum Regiment einrücken, da feindliche Colonnen seinen Weg durchkreuzten. Er postirte sich daher hinter Hostieradek und Birnbaum und deckte dann den Rückzug jener Colonne. welche sich auf die Anhöhe gegen Kobelnitz gezogen hatte. Fürst Liechtenstein, welcher bei dieser Stellung erschien, belobte den Oberstlieutenanl wegen seiner zweckmässig gewählten Position. Als dann feindliche Cavallerie den Oberstlieutenant wiederholt von hier vertreiben wollte, rückte er ihr stets entgegen und warf sie jedesmal zurück. Bis in die späte Nacht plänkelten diese drei Escadrons mit dem Feinde und folgten spät dem Rückzug der Armee.
Die französische Armee nahm Abends jene Stellung ein, welche die Armee der Alliirten in der vorgehenden Nacht innegehabt hatte. Die letzteren hatten sich in die Position bei Hodiegitz zurückgezogen.
Das Regiment zählte am Abende nach der Schlacht ausser dem genannten Lieutenant Mihályi noch 4 Mann an Todten, Oberlieutenant Ignaz von Morvay (in diesem Feldzuge zum zweiten Male),Andreas Bartos, Sigismund Ekler, Anton Zrinszky nebst 32 Mann an Verwundeten und 7 Mann an Gefangenen; demCadeten Maithenyi wurde das Pferd unter dem Leibe erschossen und ausser diesem waren noch 39 Pferde geblieben.
Obgleich die Schlacht für die Armee verloren ging, verzeichnet das Regiment den 2. December 1805 doch unter die ruhmreichsten Tage seiner Geschichte. F. M. L. Baron Kienmayer und Brigadegeneral Fürst Moriz Liechtenstein überhäuften das Regiment mit Lobsprüchen über seine Tapferkeit und standhaftes Ausharren in den höchsten Gefahren, — sie dankten jedem einzelnen Olficier für das heldenmüthige Betragen und nannten dasselbe in ihren Relationen unter den Ausgezeichnetsten.
Am 3. wurde den Vorposten der Befehl ertheilt, auf die Franzosen nicht zu feuern, da auf 24 Stunden Waffenstillstand geschlossen wurde. Am 4. war eine Zusammenkunft Sr. Majestät des Kaisers Franz 1, mit dem Kaiser Napoleon verabredet worden. Zur Begleitung Sr. Majestät war Oberstlieutenant Baron Vécsey von HessenHomburg mit 40 Huszaren und von Szekler-Huszaren Rittmeister Handel, Oberlieutenant Adam Nemes, Lieutenant Franz Kovacs und 60 Huszaren commandirt; obgleich die Mannschaft durch die schlechte Witterung sehr derangirt war, hat sie sich in der Nacht im Bivouac doch so adjustirt und gesäubert, dass Se. Majestät Sein Allerhöchstes Wohlgefallen auszusprechen geruhte.
Um 11 Uhr Vormittags trafen Se. Majestät, begleitet vom F. M. L Fürst Johann Liechtenstein, Lamberti und Scbottendorf bei dem Begleitungscommando ein und fuhren zu der vor Nasisedlowitz befindlichen Mühle Spaleny. Napoleon war bereits vor zwei Stunden angelangt und hatte zum Empfang den Marschall Bernadotte abgesendet. Dieser stellte sich auf der Fahrt in seiner Eigenschaft Sr. Majestät vor, worauf Kaiser Franz dankte und weiter fuhr. Auf einen Pistolenschuss von der Mühle, wo Napoleon mit mehreren Generalen und Adjutanten bei einem hochaufbrennenden Feuer harrte, hielt der Wagen an, das Begleitungscommando marschirte in Front auf und salutirte, während der Kaiser ausstieg. Napoleon schritt allein entgegen, nahm seinen kleinen dreieckigen Hut ab und empfing Se. Majestät mit den Worten: „Sire, ich empfange Sie in dem Palast, den ich seit zwei Monaten bewohne;" worauf Kaiser Franz sogleich erwiderte: „Sie wissen daraus so guten Vortheil zu ziehen, dass er ihnen gefallen muss."
Hierauf begaben sich die Majestäten nur vom Fürsten Johann Liechtenstein begleitet in die Nähe des Feuers und begannen eine Unterredung, welche zwei Stunden währte. Nach beendeter Unterredung kehrte Kaiser Franz in der Mitte, Kaiser Napoleon zur rechten und Fürst Liechtenstein zur linken bis zur Kutsche. Hier verabschiedeten sich die Majestäten, das Begleitungscommando brach sich in Reihen und nun wurde in Begleitung des Marschalls Bernadotte die Rückfahrt angetreten, bei welcher von den seitwärts campirenden französischen Truppen ein starkes „vive l'empereur Rufen" herüber tönte. Abends marschirten Szekler- und HessenHomburg-Huszären mit Oreilly-Chevauxlegers nach Cseisch. Die russische Hauptarmee nahm ihre Stellung bei Holitsch.
Am 5. verfügte sich F. M. L. Fürst Johann Liechtenstein in das feindliche Hauptquartier, um wegen der Waffenstillstandsbedingnissen zu unterhandeln, in Folge dessen am 6. alle Feindseligkeiten eingestellt wurden. Das Corps Kienmayer marschirte am 9. December bis Wratzow, 10. Napagedl, 11. Chropim, 12. bis Tobischau. Am 13. bezog das Regiment die demselben während der Dauer des Waffenstillstandes angewiesenen Stationen. Der Stab kam mit einer Division nach Konitz und die übrigen Escadrons in die nächsten Dörfer.
Mit Medaillen-Commissionsbeschluss vom 9. November 1800 wurden von der Mannschaft für hervorragend tapfere Thaten in dem Felzuge 1805 belohnt: Mit der goldenen Ehrenmedaille Wachtmeister Johann Spalleritz, die Corporale Johann Csikös und Anton Haushamm; mit der silbernen Ehrenmedaille Wachtmeister Anton Hauslauer, Joseph Strasäg, Corporal Stephan Väcy, Joseph Horväth, Stephan Miley, Paul Csanädy, Gemeine Peter Koväcs, Andreas Wiczky. Michael Varga, Michael Bako, Joseph Hartyäny, Peter Borbely, Joseph Fornay, Johann Dönak, Georg Vaday, Gcorg Sztansits, Johann Wiszoky, Franz Kriska, Michael Nyeres, Stephan Zöd, Andreas Ispäny, Michael Pokär, Peter Pusztay, Paul Latskay und Andreas Combos.
In diesen Stationen blieb das Regiment bis Ende des Jahres 1805 und konnte sich von den grossen Strapazen dieses Feldzuges etwas erholen. Am 28. langte die Nachricht von dem zu Pressburg am 26. December geschlossenen Frieden an, in welchem Oesterreich Venedig, Dalmatien, Tirol und die deutschen Vorlande abirat und dafür Salzburg und Berchtesgaden erhielt. Die Russen marschirten in ihr Vaterland zurück.

Geschichte des k.k.Huszaren-Regimentes Freiherr von Edelsheim Guylai Nr. 4 von seiner Errichtung 1734-1882, p. 329-341

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