Napoleon Series Discussion Forum

Part 5 and the Last Part (temporarily)!

HR 11

Den 23. wurde eine Eskadron, des Regiments mit einem Bataillon des zweiten Szekler-Infanterie-Regiments unter Major Direkynach Tobischau und Kojetein entsendet, um Patrouillen bis Kremsier zu schicken und die Verbindung mit dem auf dem linken Flügel der Armee befindlichen Streifkommando's zu erhalten. Nachmittags ritt Rittmeister Handl mit einem Trompeter zu den feindlichen Vorposten, übergab Depeschen aus dem Hauptquartier und hatte Gelegenheit, sich zu überzeugen, dass die feindlichen Vorposten bei Wischau standen. Am 24. unternahmen die verbündeten Armeen Bewegungen gegen Prossnitz; die äussersten Vorposten standen in
Predlitz. An diesem Tage wurde Oberlieutenant Malnásy mit einem Detachement am rechten Flügel der Armee auf Streifkommando über Konitz, Brüsau abgesendet, um Nachrichten über die feindliche Stellung einzuholen. Derselbe hat sehr wesentliche Dienste geleistet und ist am Tage der Schlacht bei Austerlitz eingerückt. Am 25. fand eine Rekognoszirung gegen Wischau statt; das Regiment postirte sich bei Nemschütz und sendete Streif - Patrouillen gegen die linke Flanke der feindlichen Armee. An diesem Tage langte der Grossfürst Constantin mit den russischen Garden, 10 Bataillone und 18 Eskadronen in Olmütz an.
Am 27. November um 8 Uhr Morgens setzten sich die Armeen in fünf Kolonnen in Marsch; das Regiment befand sich in der fünften Kolonne, Korps F.-M.-Lt. Fürst Hohenlohe, Division F.-M.-Lt. Baron Kienmayer, Brigade General Caramelli, dabei 50 Eskadronen Russen unter General - Lieutenant Uwarow, Brigadier Piritzki.
Die Armee marschirte mit vieler Vorsicht, weil ihr die Bewegungen des Feindes unbekannt waren. Nach einem vierstündigen Marsche langte die Armee auf den bestimmten Formirungspunkten an. Man erfuhr, dass der Feind keine Bewegung gemacht habe und dass seine Avantgarde in Wischau weder verstärkt noch vermindert worden sei. Man machte sich also gefasst, sie Tags darauf anzugreifen und der General Bagration erhielt Befehl, diess auszuführen.
Am 28. brach der Vortrab der russischen Armee mit Tagesanbruch auf. Sobald sich die Russen, und auf ihrem linken Flügel die Kavallerie des F. - M. - Lt. Baron Kienmayer, welche aus dem Szekler- und Hessen - Homburg - Huszaren - Regiment bestand, vor Wischau und auf den Anhöhen von Brindlitz zeigten, verliess die französisch»! Kavallerie Wischau in grösster Eile und liess nur 100 Mann zurück. Der General - Adjutant Dolgoruky besetzte Wischau mit zwei Bataillonen Infanterie und machte darin 4 Offiziere und 100 Mann zu Gefangenen. Die feindliche Kavallerie erhielt bei ihrem Rückzuge nach Rausnitz beträchtliche Verstärkungen. Fürst Bagration liess sie durch seine Kavallerie verfolgen und nahm Stellung auf den Anhöhen bei Rausnitz. Um dieselbe Zeit als das Gefecht begann, erschien F. - M. - Lt. Baron Kienmayer mit den beiden Huszaren-Regimentern, besetzte die Anhöhen von Alt-Rausnitz und deckte die linke Flanke des russischen Vortrabs. Die russische Kavallerie schlug sich ganz vorzüglich und trieb die feindliche in die Flucht. Gegen Abend liess Bagration Rausnitz, welches noch von feindlicher Infanterie besetzt war, mit zwei Bataillons Jäger und Kosaken stürmen und nahm dasselbe in Besitz. Murat zog sich nach dem Posthause von Posorsitz zurück.
An demselben Tage folgte die Armee, wie Tags vorher, in fünf Kolonnen ihrer Avantgarde. Auf diese Bewegungen der Alliirten verliessen die Franzosen ihre Kantonnirungs - Quartiere. Nach einem von Austerlitz gegebenen Signal vereinigte daselbst der Marschall Soult sein Korps und verliess die bisher besetzten Dörfer.
Am 29. marschirte die combinirte Armee von Lultsch und von den Anhöhen bei Roska auf die Anhöhen von Hiuboschan und Kutscherau. Während diesen Bewegungen der Armee, schob Bagration seine Vorposten bis nach Posorsitz vor; Kienmayer marschirte mit den beiden Huszaren - Regimentern nach Letonitz, liess bis Butschowitz und Austerlitz streifen und die Vorposten bis Krzenowitz und Austerlitz vorrücken. Oberst Baron Geringer ritt mit einigen Huszaren und Kosaken bis auf die Höhe von Praza und sah von hier, dass sich die französische Armee in den Dörfern Menitz, Telnitz, Sokolnitz, Kobelnitz und Schlapanitz schleunigst konzentrire. Da im Hauptquartier von der Stellung des Feindes noch nichts bekannt war, wurde dieser Rapport des Obersten den beiden Majestäten im Original vorgelegt.
Am 30. in der Früh formirten sich beide Huszaren - Regimenter. General Fürst Moriz Lichtenstein, welcher soeben augekommen war, übernahm das Brigade - Kommando und marschirte bis Austerlitz, wo die Vorposten über Krzenowitz nach Hosdieradek vorpoussirt wurden und die Verbindung mit den Russen am Posthause von Posorsitz aufgestellt ward. Um 4 Uhr Früh war Oberst Baron Geringer abermals gegen die feindlichen Vorposten geritten, um sich von der feindlichen Stellung zu überzeugen, da Nachrichten im Hauptquartier eingelaufen waren, dass die feindliche Armee vor Brünn keine Schlacht wagen würde und auf dem Rückzuge sei. Geringer fand aber alles in der gestrigen Stellung und überall sah man die Franzosen um die Feuer, was dann den Majestäten schriftlich gemeldet wurde.
Fürst Bagration drang mit der ganzen russischen Avantgarde bis zu dem oft genannten Posthause vor, besetzte mehrere naheliegende Ortschaften und liess bis zum Wirthshause Diwaroszna streifen. Noch Vormittags rückten die beiden Szekler - Infanterie Regimenter vor Austerlitz in's Lager. Die Russen suchten gegen Diwaroszna an der Chaussee vorzudringen, wo die Franzosen auf der Kuppe des an der Strasse liegenden conischen Hügels 18 Kanonen schweren Kalibers aufführten und die vordringenden Russen heftig beschossen.
Das Gefecht wurde auf der ganzen russischen Linie allgemein und endete ohne Erfolg mit der Nacht. Oberst Moor von HessenHomburg wurde mit einer Division seines Regiments und einer Division Szekler - Huszareu mit dem Auftrage vorgesendet, in Aujezd Stellung zu nehmen, bis Tellnitz und Mönitz zu streifen und diese Strassen zu sichern. Die beiden Kaiser waren zu Krzizanowitz bei Austerlitz, nachdem die Armee an diesem Tage bis in die Nähe dieses Ortes vorgerückt war.
Am 1. Dezember wurde die Oberst-Division durch Oberstlieutenant Rakovsky mit seiner Division von den Vorposten abgelöst und Oberst Baron Geringer verfügte sich auf ausdrücklichen Befehl Sr. Majestät wieder mit Tagesanbruch auf den Pratzer Berg und rekognoszirte die Stellung des Feindes, welche unverändert gefunden und sodann der Rapport eingesendet wurde. Nachdem die alliirte Armee abgekocht hatte, marschirte sie wieder in fünf Kolonnen vorwärts. Oberstlieutenant Rakovsky besetzte den Posten Hollubitz mit der Oberstlieutenant ersten Eskadron, jenen bei KleinHostiradek und Kucenowitz mit der zweiten Eskadron und hatte die Verbindung mit dem Obersten Moor zu Aujezd zu unterhalten.
Gegen 8 Uhr Früh rückte der Feind mit einigen Eskadronen aus seinem Lager hinter Tellnitz und Sokolnitz über Pratzen vor, besetzte die Höhe ober dem letzteren Orte, drückte unsere Vedetten zurück und delogirte den Obersten Moor aus Aujezd. Den ganzen Vormittag wurde geplänkelt. Die kombinirte Armee war auch an diesem Tage nach dem Abkochen vorgerückt und hatte von Posorsitz bis Aujezd Stellung auf den dazwischen liegenden Anhöhen genommen. Oberst Baron Geringer war mit zwei Eskadronen und 100 Kosaken angerückt und liess durch die Oberstlieutenants zweite Eskadron die feindlichen Vorposten bis nach Tellnitz und über Pratzen in Dir Lager zurückdrücken, wobei ein Huszar verwundet wurde. Die Vorposten des linken Flügels der Armee hielt die Oberstlieutenants-Division bis an Tellnitz und vor Platzen längs dem morastigen Bach. Oberst Baron Geringer stellte sich mit den herbeigeführten zwei Eskadronen vor Pratzen und liess bis an die feindlichen Vedetten patrouilliren.
Ungefähr 8 Uhr Abends sah man die ganze feindliche Armee in drei Treffen mit tausenden Fackeln hell beleuchtet. Die Vorposten waren der Meinung, dass der Feind seine Lager angezündet habe und den Rückzug antrete. Um sich hievon zu überzeugen, ritt Oberst Baron Geringer mit sechs Huszaren so nahe als möglich an das feindliche Lager, wo er deutlich sah, dass die Franzosen ihr Lagerstroh in Büscheln gebunden, angezündet, in die Höhe hielten und dazu „vive l'empereur" riefen, mithin ihrem Kaiser eine Ovation darbrachten. Oberlieutenant Herbay wurde mit dieser Wahrnehmung in das Hauptquartier gesendet, wo er dem General-Adjutanten Graf Bubna und Generalstabschef Weyrother den Rapport erstattete.
Die Franzosen hatten den Jahrestag der Kaiserkrönung Napoleons auf diese Art gefeiert. Spät Abends erhielt das Regiment die Eintheilung in die Kolonne des F.-M.-Lt. Baron Kienmayer, auf dem äussersten linken Flügel der Armee bei Aujezd, daher der Oberst mit den beiden Eskadronen sogleich von Pratzen aufbrach, und in der Nacht 2 Uhr in diesem Lager eintraf.
Oberlieutenant Batso patrouillirte in der Nacht gegen Mönitz und nahm einen feindlichen Kapitän sammt seiner Ordonnanz gefangen.
Das Hauptquartier der kombinirten Armee war zu Krzenowitz. Die erste Kolonne stand in zwei Linien auf den Anhöhen bei KleinHostieradek, die zweite ebenfalls in zwei Linien auf den Anhöhen von Pratzen rechts neben der ersten Kolonne, die dritte Kolonne rechts auf diesen Höhen, dahinter die vierte Kolonne; die fünfte Kolonne unter Lichtenstein, 82 Eskadrons, stand unter diesen Anhöhen hinter der dritten und vierten Kolonne, endlich das ReserveKorps unter Grossfürst Konstantin über Austerlitz mit dem linken Flügel gegen Krzenowitz und mit dem rechten gegen die grosse Strasse von Austerlitz und Brünn. Die Avantgarde stand über Holubitz und Blasowitz hinaus, Kienmayer mit 22 Eskadronen, dabei das Regiment und fünf Bataillone bei Aujezd.
Der Feind hatte den Aufmarsch der kombinirten Armee nicht beunruhigt, sondern überall seine Vorposten zurückgezogen. Napoleon hielt seine Macht in vereinten Massen beisammen, um die Ereignisse nach Gefallen zu lenken. Marschall Bernadotte, welcher sich am nämlichen Tage mit ihm vereinigt hatte, stand Anfangs auf der linken Seite der grossen Landstrasse; in der Nacht aber liess ihn Napoleon über diese Strasse herüber marschiren und stellte ihn hinter das Dorf Girschikowitz, welches stark besetzt wurde. Dieses Korps formirte das Centrum der Franzosen. Die Kavallerie Murat's stand hinter dem linken Flügel Bernadotte's. Den linken Flügel der Franzosen formirte Lannes und lehnte an jenen Murat's. Der rechte Flügel unter Soult stand zwischen Kobelnitz und Sokolnitz, die Division Legrand, als äusserster rechter Flügel besetzte Sokolnitz und Tellnitz. Die Reserve der Franzosen unter Duroc stand bei Turas. Die Division Friant beim Kloster Raigern, um das Korps Meerveld zu beobachten, welches von Pressburg in Anmarsche war.
Diess war die Stellung der beiden Armeen in der Nacht vom 1. auf den 2. Dezember, die letzte vor der berühmten drei KaiserSchlacht bei Austerlitz. Am 2. Dezember nach Mitternacht erhielten die Generale der kombinirten Armee die Disposition zum Angriff der Franzosen.
Um 7 Uhr Morgens setzte sich die verbündete Armee in Bewegung und verliess die Anhöhen bei Pratzen. Jede der vier Infanterie-Kolonnen konnte vom Feinde beobachtet werden, dem es nicht entging, dass die Richtung ihres Marsches grosse Zwischenräume zwischen denselben verursachten, sowie sich die Spitzen dem Thale bei Tellnitz, Sokolnitz und Kobelnitz näherten.
Das Gefecht begann auf dem linken Flügel der Verbündeten. Nach Anbruch des Tages hatten die Vorposten - Detachements des Regiments den Befehl erhalten, sich unverzüglich bei Aujezd zu sammeln. Oberstlieutenant Rakovsky mit einer Eskadron Szeklerund einer Division Hessen- Homburg-Huszaren blieb noch auf dem Posten bei Holubitz.
Um 7 1/2 Uhr stellte sich der linke Flügel in Schlachtordnung und begann vorzurücken. Hessen - Homburg auf dem rechten und Szekler-Huszaren auf dem linken Flügel unter Anführung ihrer Generale Graf Nostitz und Moriz Fürst Lichtenstein marschirteu bis unter den Schuss der feindlichen Tirailleurs, konnten aber wegen dem vor Tellnitz äusserst coupirten Terrain dem Feinde nicht an den Leib rücken.
F.-M.-Lt. Baron Kienmayer liess daher das zweite SzeklerInfanterie - Regiment mit klingendem Spiele vorrücken und den vor Tellnitz hinter einem alten Aufwurf stehenden Feind angreifen; dieser wurde verstärkt, das Musketenfeuer fing an und wurde auf diesem Punkte sehr lebhaft. Die Franzosen vertheidigten sich mit Wuth und die Grenzer griffen mit Heftigkeit an. Die Huszaren stellten sich an die Flanken dieser Infanterie, um die feindliche Kavallerie aufzuhalten, welche man jenseits des Defilees von Tellnitz wahrnahm, im Falle sie durch das Defilée vordringen sollte, um diese Bataillone anzugreifen. Den Huszaren, vorzüglich von Hessen-Homburg, wurden viele Leute und Pferde von den feindlichen Tirailleurs getödtet, aber es gelang dem Feinde nicht, sie zum Weichen zu bringen. Das zweite Regiment Szekler-Infanterie war indessen vorgerückt, um das erste zu unterstützen, welches die Anhöhe angriff und schon über die Hälfte seiner Mannschaft verloren hatte. Zweimal wurden die Oesterreicher zurückgeworfen und zweimal rückten sie neuerdings bis zum Fusse jener Anhöhe, die man wegnehmen musste, um an das Dorf zu kommen. Endlich gelang es dem General Stutterheim mit zwei Bataillonen davon Meister zu werden.
Der Feind hatte in Tellnitz und in den Weingärten um das Dorf das dritte Linien-Regiment und zwei Bataillone Plänkler. Diese Truppen vertheidigten ihren Posten mit Muth. Kienmayer liess den General Carneville mit dem Rest seiner Infanterie, welche aus den Ottoczaner Grenzern bestand, zur Unterstützung der SzeklerInfanterie vorrücken, die schon auf der Anhöhe stand und mit vieler Tapferkeit focht. Jetzt begann ein sehr mörderisches Musketenfeuer und der Dampf war wegen des Nebels so dicht, dass man nicht auf einige Schritte sehen konnte. Die Bataillone waren ganz in Rauch eingehüllt, was die Operation sehr erschwerte.
Die Natur selbst hatte um Tellnitz eine Art von Verschanzung formirt, denn die Weingärten waren mit breiten Graben umgeben, worin sich die Franzosen postirt hatten; dessenungeachtet gelang es den Oesterreichern in das Dorf einzudringen, sie wurden aber wieder zurückgeworfen und konnten sich nur mit Mühe auf der von ihnen eroberten Anhöhe halten. Das Szekler-Infanterie-Regiment hatte mit ausgezeichneter Tapferkeit gefochten und zwei Dritttheile an Todten und Verwundeten eingebüsst. Dieses Gefecht dauerte schon über eine Stunde und noch sah mau die Spitze der ersten Kolonne nicht ankommen, mit welcher Buxhöwen marschirtc. Jenseits des Defils standen noch Truppen von der französischen Division Legrand und die Oesterreicher, in ein ungleiches Gefecht verwickelt, weil sie nicht unterstützt wurden, strengten alle Kräfte an, sich zu behaupten. Endlich rückte Buxhöwen mit der ersten Kolonne über Aujezd vor und sendete ein Bataillon vom siebenten Jäger - Regiment zur Unterstützung; eine russische Brigade bildete die Reserve. Die beiden Szekler- und dieses Jäger - Bataillon griffen mit Ungestüm das Dorf an und warfen die Franzosen hinaus, welche nun auch das Defilee verliessen und sich ausser demselben in Schlachtordnung aufstellten. Um weiter vorzurücken, erwartete der russische General das Erscheinen der Spitze der zweiten Kolonne auf der Ebene zwischen Sokolnitz und dem Fusse der Anhöhen.
Gegen 9 Uhr erhielt der Feind eine Verstärkung von 4000 Mann vom Korps des Marschall Davoust, welche von dem Kloster Raigern herbeieilten. Jetzt benützten die Franzosen einen sehr dichten Nebel, welcher plötzlich dieses ganze Thal einhüllte, nahmen das Dorf neuerdings weg und kamen bis an die diesseitige Anhöhe. Um sie aufzuhalten, attaquirte Oberst Moor mit einer Division Hessen-Homburg-Huszaren mit so gutem Erfolge, dass zwei feindliche Bataillone theils niedergehauen, theils gefangen wurden; nur wenige konnten sich durch den kleinen Bach retten.
Indessen hatte die Sonne den dichten Nebel überwunden, welcher bisher auf dem Schlachtfelde lag und keine Aussicht gestattete, jene „berühmte Sonne von Austerlitz" von der Napoleon später so gerne als von seiner Glückssonne zu reden pflegte, um seine Soldaten zu enthusiasmiren.
Nun rückte man neuerdings vorwärts und Telluitz wurde wieder genommen. Die Artillerie eröffnete von der Anhöhe ein heftiges Feuer auf die retirirenden Franzosen und nachdem sie sich gänzlich von diesem Punkte zurückgezogen hatten, ging die Kavallerie - Brigade Fürst Moriz Lichten stein mit jener des General Stutterheim ohne Hinderniss durch das Defilee und formirten sich jenseits in Schlachtordnung; Tellnitz und das Defilee wurden mit einigen Bataillons und Artillerie besetzt.
Der Feind verliess nun gänzlich die Ebene zwischen Tellnitz und Turas, wurde aber nicht verfolgt, da die Verbindung mit der zweiten Kolonne noch nicht hergestellt war. Auf diese Art vermied die österreichische Kavallerie in die Schlinge zu fallen, welche ihr dcr rechte französische Flügel durch seinen Rückzug gelegt hatte.
F.-M.-Lt. Baron Kienmayer sendete einen Offizier mit der Meldung seines Sieges in das Hauptquartier und erwartete weitere Befehle. Da sich aber bald eine feindliche Kavallerie-Masse an den Höhen von Turas zeigte, liess er den General Fürst Moriz Lichtenstein mit dem Szekler-Huszaren-Regiment vorrücken, worauf die feindliche Kavallerie umkehrte und verschwand.
Um 12 1/2 Uhr langte die unerwartete Nachricht ein, dass der Feind im Centrum stark eingedrungen, die dortige Kolonne zum "Weichen gebracht und nun mit zahlreicher Infanterie und Kavallerie auf dem Aujezder-Berge unaufhaltsam vorrücke.
Die österreichische Kavallerie - Brigade jenseits Tellnitz ging wieder durch das Defile"e und Dorf zurück, welches auch die Infanterie verliess und sich auf der diesseitigen Anhöhe aufstellte, um diesen Punkt zu halten und den Rückmarsch des russischen Generals Buxhöweu nach Aujezd zu decken. Die Szekler-Huszaren unter dem Fürsten Lichtenstein, Oreilly - Chevauxlegers und zwei Regimenter Kosaken unter dem General Stutterheim, rückten auf der Ebene zwischen den Bergen und Dörfern Tellnitz und Sokolnitz vor, um die Flanke der russischen Infanterie za decken. General Nostiz mit Hessen-Homburg-Huszaren marschirte mit der Kolonne. Nun hatten die Franzosen nach den errungenen Vortheilen im Centrum schon ihre Reserven mit 20 Bataillonen anrücken lassen und sich von Pratzen bis zur Kapelle ober Aujezd mit überraschender Schnelligkeit ausgebreitet.
In dem Augenblicke, da die russische Kolonne Aujezd erreichte, drangen auch die Franzosen von der Anhöhe in dieses Dorf ein, dessen sie sich nach einem lebhaften, aber kurzen Musketenfeuer bemächtigten. Es war die Division Vandamme, welche auf den Anhöhen von Pratzen gestanden und sich nach und nach auf die Höhe ober Aujezd gezogen hatte. In und um Aujezd wurden 4000 Russen gefangen, die auch ihre Kanonen verloren; Bu x h ö w e n gelangte mit einigen Bataillonen bei Austerlitz zur Armee. Das Centrum und das Ende dieser ersten Kolonne, welche sehr stark waren, zogen sich unter dem General-Lieutenant Dochtorow auf die Ebene zwischen Tellnitz und die Teiche zurück, nachdem die Franzosen Aujezd besetzt hatten. Der Rückzug konnte nur über einen sehr schmalen Damm zwischen zwei Teichen geschehen, auf welchem nur zwei Mann neben einander marschiren konnten, und man musste diesen Weg einschlagen, weil zu befürchten stand, die Franzosen möchten durch Aujezd und Satschau gehen, um den Teich herum marschiren, und auf solche Art den Damm und Rückzug abschneiden, wodurch der linke Flügel verloren gewesen wäre. F.-M.-Lt. Baron Kienmayer ging mit den Hessen-Homburg-Huszaren voraus und stellte sich auf den Anhöhen zwischen Satschan und Ottnitz auf, um diesen Punkt zu beobachten. Die Regimenter Szekler-Huszaren und Oreilly-Chevauxlegers unterstützten stets den General Dochtorow, und rückten während diesen Bewegungen auf der Ebene zwischen Aujezd und Sokolnitz vor. Hier rückten ihnen zwei französische Dragoner - Regimenter, welche von Sokolnitz kamen, entgegen, die aber, als sie die russische Infanterie unterstützt sahen, links auf die Anhöhe bei Aujezd marschirten.
Das Ende dieser Schlacht war so sonderbar, dass jetzt die französischen Truppen des rechten Flügels Austerlitz den Rücken zuwendeten, um die Ueberreste des linken Flügels der Alliirten anzugreifen, und in dieser Absicht die nämlichen Anhöhen herunter rückten, von wo aus eben dieser Flügel in der Früh gegen sie anmarschirt war.
Es war ungefähr 2 Uhr Nachmittags und die Schlacht auf dem Ueberreste der Linie entschieden, als die Division Vandamme eingriff, um sie vollkommen zu beendigen.
Die russische Infanterie retirirte unter der fortwährenden Deckung der österreichischen Kavallerie, welche durch das Kartätschenfeuer der Franzosen stark mitgenommen wurde, bis auf die Anhöhe, welche hinter Tellnitz, bei Menitz an einen Teich stösst. Ein russisches Infanterie-Regiment, unter General Lewis, besetzte den Graben vor Tellnitz und hier machten auch die beiden Szekler - HuszarenEskadrous mit dem Obersten Baron Geringer, und das Regiment Oreilly-Chevauxlegers Front gegen den Feind (Vandamme). Zwei feindliche Kavallerie - Regimenter griffen sofort an, wurden aber mehrere Male zurückgeworfen und vom Oberst Baron Geringer mit den beiden Szekler-Eskadronen und einem Pulk Kosaken in der Flanke herzhaft angegriffen, worauf sie gänzlich das Feld räumten. Auch das russische Infanterie-Regiment in dem Graben vor Tellnitz hatte sich sehr tapfer gehalten und alle Angriffe blutig abgewiesen. Nun brachte der Feind seine Artillerie vor und überschüttete Kavallerie und Infanterie mit einem Kartätschenhagel, bei welcher Gelegenheit auch Oberst Baron Geringer von einer Kugel ober dem linken Schlafe so stark getroffen wurde, dass er besinnungslos vom Pferde zu Boden fiel, das Pferd der dann weichenden Truppe zulief und der Oberst vor der nicht mehr weit entfernten, im Vorrücken befindlichen feindlichen Infanterie liegen blieb. Die Huszaren Mathe Szabo, Kemend Miklos und Toth Ignaz kehrten um, brachten ihren Obersten in Sicherheit und dann auf den Verbandplatz.
Das russische Regiment verliess endlich den Graben, welchen dasselbe mit heldenmüthiger Tapferkeit gehalten hatte und marschirte zurück. Szekler - Huszaren und Oreilly - Chevauxlegers besetzten nun die Anhöhe, um den Rückzug der russischen Infanterie zu decken, das ganze Feuer der feindlichen Artillerie richtete sich nun auf diese Kavallerie — Oreilly - Chevauxlegers verloren sehr viele Leute — aber sie hielt standhaft aus und stand wie eine Mauer.
Die russische Infanterie konnte über den benannten Damm nur langsam retiriren, daher die Kavallerie lange Zeit aushalten musste. Die feindlichen Kanonenkugeln zerschmetterten das Eis des Teiches und es sind dadurch allerdings einige Russen versunken, aber dass das ganze Korps hier zu Grunde ging, wie es in den französischen Berichten hiess, war nicht der Fall. Im Gegentheil sammelten sich die Russen drüben augelangt in guter Ordnung und stellten sich, wenigstens noch 8000 Mann stark, in Front auf.
Nachdem sämmtliche Russen den Damm passirt hatten, zog sich auch die Kavallerie, welche so lange die Anhöhe heldenmüthig gehalten hatte, ebenfalls über diesen Damm, verfolgt von dem Feuer der nun auf der Anhöhe aufgefahrenen feindlichen Artillerie, zurück.
Es war jetzt ungefähr 4 Uhr und es fing schon an Nacht zu werden. Man setzte den Rückzug über Boskowitz fort; die Truppen marschirten die ganze Nacht unter einem strömenden Regen, der die Wege so verdarb, dass viele Kanonen stecken blieben und zurückgelassen werden mussten. Major Molitor von Oreilly - Chevauxlegers mit einer Eskadron seines und einer des Szekler - HuszarenRegimentes stellten sich bei Mauttnitz auf, um den Rückzug des linken Flügels zu decken.
Oberstlieutenant Rakovsky, welcher, wie früher gesagt, beim Beginn der Schlacht mit einer Eskadron Szekler- und einer Division Hessen - Homburg - Huszaren auf dem rechten Flügel der Armee stand, war über die Anhöhen von Austerlitz und Krzenowitz marschirend, vor Hostieradek eingetroffen, konnte aber nicht mehr zum Regiment einrücken, da feindliche Kolonnen seinen Weg durchkreuzten. Er postirte sich daher hinter Hostieradek und Birnbaum und deckte dann den Rückzug jener Kolonne, welche sich auf die Anhöhe gegen Kobelnitz gezogen hatte. Fürst Lichtenstein, welcher bei dieser Stellung erschien, belobte den Oberstlieutenant wegen seiner zweckmässig gewählten Position. Als dann feindliche Kavallerie den Oberstlieutenant wiederholt von hier vertreiben wollte, rückte er ihr stets entgegen und warf sie jedesmal zurück. Bis in die Nacht plänkelten diese drei Eskadronen mit dem Feinde und folgten spät dem Rückzug der Armee.
Die französische Armee nahm Abends jene Stellung ein, welche die Armee der Alliirten in der vorhergehenden Nacht innegehabt hatte. Die letzteren hatten sich in die Position bei Hodiegitz zurückgezogen.
Das Regiment hatte, obgleich es den ganzen Tag ununterbrochen im Kampfe stand, au Mannschaft einen verhältnissmässig sehr geringen Verlust erlitten. Derselbe bestand an Todten; Korporal Josef Albert aus Kotormany, Huszar Stefan Dan aus Borband, Jakob Popa, Georg Miro, Johann Simonsy und Samuel Salamon aus Gorita, 21 Pferde; an Verwundeten: Oberst Baron Geringer und 5 Huszaren, 7 Pferde; an Vermissten: 12 Huszaren und 29 Pferde, welche aber nach einigen Tagen wieder alle einrückten; 20 Pferde sind in dem Moraste bei Aujezd erstickt.
Obgleich die Schlacht für die Armee verloren ging, verzeichnet das Regiment den 2. Dezember 1805 doch unter die ruhmreichsten Tage seiner Geschichte. F.-M.-Lt. Baron Kienmayer und Brigade-General Fürst Moriz Licht enstein überhäuften das Regiment mit Lobsprüchen über seine Tapferkeit und standhaftes Ausharren in den höchsten Gefahren, — sie dankten jedem einzelnen Offizier für das heldenmüthige Betragen und nannten dasselbe in ihren Relationen unter den Ausgezeichnetsten.
Am 3. wurde den Vorposten der Befehl ertheilt, auf die Franzosen nicht zu feuern, da auf 24 Stunden Waffenstillstand geschlossen. Am 4. war eine Zusammenkunft Sr. Majestät des Kaisers Franz mit dem Kaiser Napoleon verabredet worden. Zur Begleitung Sr. Majestät war Oberstlieutenant Baron Veiseg von HessenHomburg mit 40 Huszaren und von Szekler - Huszaren Rittmeister Handel, Oberlieutenant Adam Nemes, Lieutenant Franz Kováts und 60 Huszaren kommandirt; obgleich die Mannschaft durch die schlechte Witterung sehr derangirt war, hat sie sich in der Nacht im Bivouak doch so adjustirt und gesäubert, dass Se. Majestät Sein Allerhöchstes Wohlgefallen auszusprechen geruhte.
Um 11 Uhr Vormittags trafen Se. Majestät begleitet vom F.-M.-Lt. Fürst Johann Lichtenstein, Lamberti und Sebottendorf bei dem Begleitungs-Kommando ein und fuhren zu der vor Nasisedlowitz befindlichen Mühle Spaleny. Napoleon war bereits vor zwei Stunden angelangt und hatte zum Empfang den Marschall Bernadotte abgesendet. Dieser stellte sich auf der Fahrt in seiner Eigenschaft Sr. Majestät vor, worauf Kaiser Franz dankte und weiter fuhr. Auf einen Pistolcuschuss von der Mühle, wo Napoleon mit mehreren Generalen und Adjutanten bei einem hochaufbrennenden Feuer harrte, hielt der Wagen an, das Begleitungs-Kommando marschirte in Front auf und salutirte, während der Kaiser ausstieg. Napoleon schritt allein entgegen; nahm seinen kleinen dreieckigen Hut ab, und empfing Se. Majestät mit den Worten: „Sire, ich empfange Sie in dem Palast, den ich seit zwei Monaten bewohne;" worauf Kaiser Franz sogleich erwiederte: „Sie wissen daraus so guten Vortheil zu ziehen, dass er Ihnen gefallen muss."
Hierauf begaben sich die Majestäten nur vom Fürsten Johann Lichtenstein begleitet in die Nähe des Feuers und begannen eine Unterredung, welche zwei Stunden währte. Nach beendeter Unterredung kehrte Kaiser Franz in der Mitte, Kaiser Napoleon zur rechten und Fürst Lichtenstein zur linken bis zur Kutsche. Hier verabschiedeten sich die Majestäten, das Begleitungs-Kommando brach sich in Reihen und nun wurde in Begleitung des Marschall Bernadotte die Rückfahrt angetreten, bei welchen von den seitwärts kampirenden französischen Truppen ein starkes „vive l'empereur Rufen" herüber tönte. Abends marschirten Szekler- und HessenHomburg - Huszaren mit Oreilly - Chevauxlegers nach Cseisch. Die russische Hauptarmee nahm ihre Stellung bei Holitsch.
Am 5. verfügte sich F. - M. - Lt. Fürst Johann Lichtenstein in das feindliche Hauptquartier, um wegen den WaffenstillstandsBedingnissen zu unterhandeln, in Folge dessen am 6. alle FeindSeligkeiten eingestellt wurden. Das Korps Kienmayer marschirte am 9. Dezember bis Wratzow, 10. Napagedl, 11. Chropim, wo Oberst Baron Geringer wieder beim Regiment einrückte, 12. bis Tobischau. Am 13. bezog das Regiment die demselben während der Dauer des Waffenstillstandes angewiesenen Stationen. Der Stab kam nach Kralitz, Oberstlieutenants-Division von Przemislovitz bis Semercitz, Oberst-Division von Drschowic bis Haubschitz, Majors-Division von Klopotowitz bis Solonitz.
In diesen Stationen blieb das Regiment bis Ende des Jahres 1805 und konnte sich von den grossen Strapazen dieses Feldzuges etwas erholen. Am 28. langte die Nachricht von dem zu Pressburg am 26. Dezember geschlossenen Frieden an, in welchem Oesterreich Venedig, Dalmatien, Tirol und die deutschen Vorlande abtrat und dafür Salzburg und Berchtesgaden erhielt. Die Russen marschirten in ihr Vaterland zurück.
Der Huszar Stroje war den Abend vor der Schlacht bei Austerlitz, weil er ein sehr elendes harabgekommenes Pferd ritt, zurückgeschickt worden. Nachdem man bei diesem Zurückschicken den Ausdruck gebrauchte „Ihr könnt nach Haus' gehen," so nahm dies der Mann wörtlich, marschirte auf Umwegen an der französischen Armee vorbei, erreichte unangefochten Ungarn und rückte endlich mit Sack und Pack sammt seinem elenden Gaul, den er unterwegs trefflich gepflegt hatte, in der Stabsstation Sepsi St. György ein. Der Mann konnte nicht lesen und schreiben und sprach nur romanisch.

Geschichte des k. k. 11. Husaren-Regimentes Herzog Alexander v. Württemberg, p. 227-240

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