Military Subjects: Organization, Strategy & Tactics



The Use of the Third Rank and Brigade Formations According to the Prussian Regulations of 1812

By Jeff Lewis

Usage of the 3rd Rank: the Original Text of the Prussian Regulations

Vierter Abschnitt

Bestimmung des dritten Gliedes

Erstes Kapitel

Gebrauch des dritten Gliedes im allgemeinen

1.      Einleitung

Die Infanterie müss im offenen und im durchschnittenen Terrain, gegen zerstreute und geschlossene Truppen fechten konnen. Ein jeder abgesonderter Häuse, Bataillon Compagnie u.s.w. hat daher seine Abteilung zum geschlossnen und zerstreuten Gesechte ; zu dem ersten das erste und zweite . zu dem letztern das dritte Glied.

Die abteilung zu dem geschlossen Gesechte muss aus die Haltung der Reihen und Glieder , den Schluss , das Feuer in Masse, und auf den angriff mit dem Bajonet ihren grössten Werth setzen ; die Abteilung zum zerstreuten Gesechte sucht dagegen ihre vorZüge in der Geschicklichkeit im einzelnen Schiessen , Benutzung des Terrains und der Vorteile, welche die Stellungen un Bewegungen des Feindes darbieten. Bei dieser Hauptbestimmung beider Abteilungen wird aber dennoch erfordert, dass sie eine Bestimmung der andern übernehmen konne, das die beiden vordern Glieder des bataillons im Nothfall zerstreut, und die Abteilung des dritten Gliedes geschlossen fechten können.

Das Gesecht der Infanterie ist eine wechselseitige Unterstützung der zerstreuten und geschlossen Fechter. Wen das dritte Glied zerstreut sicht, so wird es, wenn es dem Feinde nicht mehr Widerstand leisten kann, sich auf das Bataillon zurückziehen, oder von ihm unterstützt.

Ausser dem hier erwähnten Gebrauch, kann das dritte Glied, da es mit den beiden andern nie zugleich chargirt, als eine besondere disponible Abteilung zu vielfachen Zwecken verwendet werden; es bietet dem, der es zweckmässig zu gebrauchen weis, den Vorteil einer Reserve dar, welche fortwährend bei der Hand ist. Man kann sich desselben zu Advant Arriere Garden und Seiten Patrouillen , zu Reserven und Soutien Posten , zu Besetzung von Defileen, die man im Rückten lasst u. dergl. bedienen.

2.      Formirung der Züge aus dem dritten Gliede.

Zu diesen verschieden Absichten ist es erforderlich, das dritte Glied in Abteilungen zu formiren, wodurch es zu jedem Gebrauch beweglich, und dem befehlen bestimmter Officiere und UnterOfficiere untergeordnet wird.

Aus dem dritten Gliede einer jeden Compagnie wird auf das Commando des bataillons Commandeurs, Züge aus dem dritten Gliede formirt!

Ein Züg zwei Mann hoch dadurch gebildet, das die dritten Glieder der geraden Züge sich mit rechtsum hinter die der ungeraden Züge fetzen. Jeder aus dem dritten Gliede formirter Züg wird durch einen Officier und drei Unterofficiere befehligt, und hat einen Hornisten bei sich. Die vier Züge des Bataillons befehligt ein Capitain, welcher die Uebungen derselben leitet.

3.       Ihre Aufstellung

Der Zweck, zu welchem man die Züge aus dem dritten Gliede formirt hat, bestimmt ihre fernere Bewegung und Aufstellung; eine allgemein passende tactische Form last sich hierüber nicht geben, in den meisten Fällen würden sie für ihre fernere Verwendung, hinter den FlügelZügen des bataillons passend aufgestellt senn. – Der Commandeur des Bataillons disponirt über sie nach Gutdünken. Jede Vorschrift wurde hier dem Geiste zuwider senn, in dem der Stabsofficier vorzüglich  handeln soll. – Werden mehrere Züge des dritten Gliedes Zügleich detaschirt, so befehligt sie der Capitain – Wird eine Compagnie des Bataillons detaschirt, so folgt derselben ihr dritten Glied.

4.      Zerstreutes Gesecht.

Das zerstreute Gesecht ist es vorZüglich wo zu die Züge aus dem dritten verwendet werden sollen, obgleich diese Festsetzung keinesweges die Notwendigkeit aufhebt, das jeder Infanterist sich einzeln zu schlagen wisse. Man muss sich dieser Fechtart bedienen :

1)      wo die Natur des Bodens den Bewegungen geschlossener Trupps Schwierigkeiten in den Weg legen wurde;

2)      um geschlossene Linie , oder Colonnen, in beträchtlicher Entfernung gegen das feuer einzelner feindlichen Schutzen zu sichern;

3)      um ein besser gezieltes Feuer zu erhalten, als es in der geschlossen Linie möglich ist, wo ein Mann den andern drängt, und der Pulverdampf am zielen hindert, wahrend der einzeln stehende Schütze die Vorteile des Bodens benutzt, und sein Feuer mit Ruhe und Sicherheit anbringt;

4)      um einen anderweitigen Angriff zu maskiren, und dem feinde einen Schwarm zerstreut fechtender Truppen entgegen zu werfen , die ihn verhindern, unsere Bewegungen gewahr zu werden

Aus der Verwerdung des dritten gliedes zum zerstreuten Gesecht erwachst der Vorteil, das die Bataillon nicht leicht in ein Gesecht verwickelt wird, wo es seine Patronen auf grösse Distancen ohne Noth verschiessen wurde, das es gewissermaßen disponsibel bleibt , um im entscheidenden Augenblick mit dem Bajonet, in vollkommenster Ordnung, den durch das gezielte Feuer der Schutzen bereits erschütterten Feind angreifen zu konnen.

Einen hier aufgestellte Fälle werden über die Anwendung nähern Aufschluss geben

1)    Wenn die Infanterie im durchschnittenen Terrain postirt ist, so steht vor den geschlossenen Bataillonen das dritte Glied und ein Theil des Geschutzes. Beide bilden nun die Feuerlinie, bis geschlossene Angriffe von einem oder dem andern Theil erfolgen.

2)      Steht die Infanterie auf einem Berge, oder hat sie in einiger Entfernung einen Bach, oder Hecken, Defileen, Häuser u. dgl. vor sich; so ist das dritte Glied vorwärts so gestellt, das es auf eine vorteilhafte Art den Feind aufhalten kann, ohne unsere geschlossene Bataillone ins Feuer zu verwickeln.

Die Hohlwege, Vertiefungen und Rundungen, welche am Abhänge der berge sind, die Gebüsche, Dämme u. dgl. an der Ufern der bäche, und endlich die vorausgesetzten Hecken, Defileen c. geben dazu fast überall Gelegenheit.

5.      Wen man den feind aufsucht, oder angreifen will.

Marschirt man im durchschnittenen Terrain, im abwechselnden, oder im hohen Getreide, kurz in solchem, wo man unerwartet auf den Feind treffen kann, so marschirt die Division des Dritten Gliedes vor der Front des Bataillons auf einige hundert Schritte in Zügen, und hat einen klienen Theil einzelner Schuzen vor sich. Die Division des dritten Gliedes vertreibt hier die feindlichen Plänker, Tirailleure, Patrouillen, Wachen c. ohne das das geschlossene Bataillon auf gehalten wird.

6.      Wenn man die feindliche Linie eine gewisse zeit beschäftigen will.

Steht ein Bataillon, oder eine Brigade, oder Linie im feindlich Geschützfeuer einer feindlichen Linie gegenüber , ohne dass beide sich einander nähern, wie dies so oft bei einem Theil der Armee in allen Schlachten der Fäll ist, so Rückt das dritte Glied mit oder ohne Kanonen vor, und bildet das erste Treffen oder gewissermassen die feuerLinie ; das Bataillon oder die brigade bleibt in Vertiefungen stehen, oder legt sich auf die erde, und erwartet so den Augenblick woe in entscheidender Angriff den Ausschlag geben kann. Das dritte Glied sicht hier, wenn der Feind nicht zu stark aufdringt , nur mit einem Theil zerstreut mit 1/3 bis höchstens 2/3 des ganzen. Löst sich das ganze dritte Glied auf, so hat es in sich kein Soutien, und wird sich bald verfeuern.

7  Wenn der feind weicht, oder wir und zurückziehen.

Weicht der feind, so verfolgt ihn das dritte Glied Schnell; in diesem Augenblick muss man etwas wagen. Man muss aber immer von jedem Bataillon einen kleinen Theil des dritten Gliedes geschloffen bei einander halten, damit ein Punkt ist, be idem man die zerstreuten Fechter, wenn es notwendig wird, wieder sammeln kann, Man kann den zerstreut Fechtenden nicht genug einprägen, sich von diese Trupp nie zu weit zu entfernen, nie den Feind ohne Soutien wild zu verfolgen. Dieses war nur allzu oft von den zerstreut Fechtenden die den deutschen in dem letzten Kriege, zumal in durchschnittenen terrain, der Fall. Dadurch verliefen sie sich und das Bataillon wurde seiner Schützen beraubt.

Ziehen wir uns zurück, so muss da dritte Glied den schwächern Feind zurückhalten, damit das Bataillon nicht durch Rückwärts Frontmachen aufgehalten wird. Die zuge welche neben einander sind, konnen, wenn der feind nahe ist, wechselweise zurückgeben, oder feuern. Verfolgt Kavallerie in Escadronen, so müssen die Schützen immer wenigstens dem Bataillon viermal näher fenn, als die feindliche Kavallerie. Verfolgen Trupps undeinzelne Plänker, so bleibt ein Theil der division des dritten Gliedes bei einander, und der übrige sicht zerstreut. Dann dängt die entfernung von dem Bataillon von Umständen ab. Bei Rückzugen ist es eine allgemeine Regel : unaufhörlich einen  Theil zum Empfange des Feindes, welcher den theil der zuletzt im Feuer ist, verfolgt, zu postiren , und dies so oft zu wiederholen, als dazu Gelegenheit ist

8. Wenn man Festungs und Verschanzungswerke angreift und verteidigt.

Bei Belagerungen sind die Schützen des dritten Gliedes sowohl in, als vor den Festungen, bestimmt, beständig auf die Batterien, in die Schiessscharten zu schiessen. – In der Festung besetzen sie die Vorposten, machen die kleinen AusFälle u. f. w. – Beim Angriff der festung liegen sie wahrend der Nacht zur Deckung der Arbeiter, vor denselben.

Bei Verschanzungen haben sie der vorliegenden Machen, die Besetzung der vorliegenden kleinen Posten u.s.w.

Soll ein Festungswerk, eine Verschanzung angegriffen und erstliegen werden, so wird es zerstreut von den dritten Gliedern einer ganzen Brigade umgeben. Diese nähern sich laufend, im abwechselnden feuer, in dem sie sich in Furchen, Vertiefungen c. werfen, bis das Merk, sowohl das geschutz als die infanterie , an zu feuern fängt; nun feuern die Schützen liegend bestandig auf die Artillerie, um die Kanoniere zu tötend. Wenn die dritten Glieder so in 1 bis 2 Stunden ihre 60 Schüsse verschossen haben, so werden sie von andern abgelöst, und das feuer wird wiederholt. Erfolgt nun der Sturm, so wird er wahrscheinlich glücken, weil in den meisten Fällen der feind sich verschossen hat und ihn nicht mehr erwartet.

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