Military Subjects: Organization, Strategy & Tactics



The Use of the Third Rank and Brigade Formations According to the Prussian Regulations of 1812

By Jeff Lewis

Brigade Formations: the Original Text of the Prussian Regulations

Funfter Abschnitt.

Aufstellung einer Brigade.

----

Erstes Kapitel.

Die gewöhnliche Schlachtordnung

--

Se. Majestat bestimmt die gewöhnliche Aufstellung oder Schlachtordnung einer Brigade, wie sie Fig. 1 in beilegendem Plan darstellt. Die beiden Füsilier Batallione befinden sich als Advantgarden vor dem ersten Treffen. Das erste Treffen besteht aus drei Batallionen. Zwei Bataillone bilden das zweite Treffen oder die Reserve desselben, nämlich das Grenadier Bataillon und das erste Bataillon des älstesten Infanterie Regimente.

  Die Kavallerie formirt das hintere Treffen. Die Nummern der Bataillone bezeichnen die Ordnung der Nebeneinanderstellung derselben. Das alteste Linien Kavallerie Regiment oder die Kurassiere stehen in der Mitte des Kavallerie Treffen. Ist noch ein Dragoner Regiment bei der Brigade, so stehet dies auf dem rechten Flügel; sonst aber nimmt diesen das älteste Regiment der leichten Kavallerie ein.

 Für die Aufstellung mehrerer Bataillone, deren Zahl jedoch nicht eine ganze Brigade ausmacht, lasst

sich keine allgemein gültige regel festsetzen; jedoch müssen in allen Fällen wo mehr als zwei Bataillone zusammen sind, und ihre Aufstellung nicht durch die Natur des Terrains bestimmt wird, dieselben in zwei Linien so gestellt werden, das die vordere aus die Intervalle der hintern, in der für die Brigade bestimmten Distance zu stehen kommt. *).

 Wenn sich mehrere Bataillone zur Parade in eine Linie formiren sollen, so mus hierzu ein besonderer Befehl gegeben werden.

 Die Intervalle zwischen zwei Bataillonen betragt 12 schritte. Die Entfernung der Treffen von einander wird nach Terrain und Umständen bestimmt; ist seine besondere Veranlassung sie näher oder weiter zu bestellen, so ist 150 schritte die festgesetze Entfernung. Richtung und distance werden bei der Aufstellung nach dem ersten Treffen genommen. Beim advanciren geibt die advantgarde die direction an, und von ihr werden sodann auch die Verhältnisse abgenommen.

 Die Füsilier Bataillone werden ebenfalls nach Umständen bald naher bald entfernter stehen.

 Die Fust Batterie, welchejede Brigade fuhrt, stehet im Lager hinter den beiden Reserve Bataillonen.

 Bei der Formation zum Angriff wird sie getheilt, (für gewöhnliche Fälle), und auf den beiden flügeln des ersten Treffens placirt.

(*) Wenn die zahl der Battaillone in beiden Treffen gleich ist, so wird bei der festgesetzen Aufstellung nach befinden der Umstände, das rechte oder linke Flügel Bataillone des zweiten Treffens, das erste um eine halbe Bataillonslänge überflügeln.

Die reitende Batterie der Brigade steht bei der Aufstellung hinter dem mittelsten Kavallerie Regiment. Ihre fernere Verwendung ergiebt sich aus dem Gange des Gefechts; sie muss so lange als möglich in Reserve behalten werden, um sie unerwartet auf den Punkt zu bringen, wo sie mit Entscheidung wirken kann. Ist eine Reserve Fuß Batterie bei de Brigade, so nimmt diese die Stellung links neben der obengenannten Fuß batterie ein.

Eine Reserve Batterie reitender Artillerie stehet neben der reitenden Batterie der Brigade auf dem linken Flügel.

In allen Fällen, in denen der Brigade-General wegen des Terrains und andereer Umstände keine  Abänderung der obigen Aufstellung oder Schlachtordnung nöthig findet, marchirt die Brigade nach derselben auf, auch campirt oder bivouakirt sie in dieser Ordnung. Es ist schon oben erwähnt, dass sie Aufstellung der Füsiliere ganz von den Umständen und dem Terrain abhängt. Sollten sie aber nicht gegenwärtig und anderswo verwendet senn, so treten die Züge des dritten Gliedes an ihre Stelle.

Die beiden Reserve-Batallione werden in gewöhnlichen Fällen in geschlossner Colonne, in sich aus der Mitte abmarschirt, Bataillonsweise stehen bleiben, damit sie zu einer jeden Bewegung und jedem Gebrauch, welcher sich aus dem Gange des Gefechts ergeben mochte, bereit sind.

 Die Kavallerie im hintern Treffen kann hier nicht sechten, und ist zu andern Zweiten bestimmt, sie wird daher für gewönliche in Colonnen Regimenterweise stehen stehen bleiben, das mittelste Regiment in Zügen aus der Mitte, das Regiment des rechten Flügels mit Zügen links, und das Regiment des linken Flügels mit Zügen rechts abmarschirt.

Der Brigade-General wird dem Brigadier der Kavallerie hierüber die gehörigen Befehle ertheilen. Sehr oft ist es nöthig, dass ein leichtes Kavallerie Regiment sich bei den weiter vorgerückten Füsilier Bataillonen besindet, alsdem müssen die beiden übrigen Kavallerie Regimenter sich nach Umständen theils auf den Flügeln, theils in der Mitte hinter die Infanterie stellen.

Die Fuß Batterie wird immer durch das erste Treffen maskirt sein, und erst bei dem Gebrauch nach dem terrain da aufgestellt, wo sie am wirksamsten sein kann. Es ist aber hierbei wohl zu bemerken dass diese Aufstellung nur erst in dem Augenblick geschehen darf, wo man von ihr einen wirksamen Gebrauch machen kann. Zeigt sie sich vorher, so wird sie durch ihr Feuer keinen unerwarteten Eindruck auf den Feind machen.

Wenn die Füsilirie sich weit von dem ersten Treffen entfernen müssen, um vorliegende vortheilhafte Posten in Besitz zu nehmen, so wird ihnen eine halbe reitende Batterie mitgegeben, wobei alsdann ein ganzes leichtes Kavallerie Regiment oder doch wenigstens einige Escadronen zur Unterstützung der Infanterie und Artillerie erforderlich sein werden. In Jedem Fäll soll aber da keine reitende Artillerie gebrauche werden, wo man sich füglich der Fuß Artillerie bedienen kann.

Sind Reserve Batterie zugegen, so werden diese so lange maskirt, bis auf eine entscheidende Art von ihnen Gebrauch gemacht werden kann, und in keinem Fall zu dem unwirksamen Schiessen auf grösse Distancen gebraucht.

Da im Laufe des Gefechts die ursprünglichen Reserve Truppen auf mancherlei Weise verwender sein konnten, so muss der Brigade General auch für diesen Art eine neue Reserve gebildet haben. Die Züge des dritten Gliedes eignen sich hierzu vor zuglich.

Dass sie festgesetzte Austellung der truppen nach Verschiedenheit des terrains grösse Abänderung leidet, ist bereits bestimmt; es wird hier nur noch festgesetzt, dass diese Abänderungen indbesondere dahin abzwecken müssen, die Truppen (es sie der grösse Theil der Brigade oder nur die Reserve, oder die Kavallerie oder die Artillerie) so lange als möglich verdeckt zu stellen, damit sie der Feind nicht eher entdeckt, bis er bei dem Angriffe unerwartet auf sie stösst, oder wenn wir angreifen, nicht mehr Zeit hat, Gegenanstalten zu treffen. Fast em jedes Terrain giebt hierzu Veranlassung, und dem Brigade General wird zur Pflicht gemacht, bei den übungen der Truppen sie in Ausübung dieser Regel zu unterrichten.

Eine Ausnahme von dieser Regel wurde da Statt finden, wo man den Feind überlegen einer anrückten stehet, und man ihn durch Vorspiegelung einer grössern Macht aufhalten wollte, bis unsere Verstärkung herankame.

--------------------

Zweites Kapitel

Angriff und Vertheidigung.

as terrain und die Stellung des Feindes bestimmen, ob die Kavallerie oder Infanterie der Brigade das gefecht eröffnet. In den Fällen, wo das Gefecht von der Kavallerie eröffnet werden soll, wurde solches, wenn die Umstände es nicht anders gebieten, durch vorgeschickte und gehörig unterstütze Flankeurs geschehen; ist dies nicht hinreichend, um den Feind zu vertreiben, so bestimmt die Stärke desselben, oder andere Umstände, ob nur ein regiment oder die Kavallerie der Brigade den Angriff unternehmen soll. Es wird hier als Grundsatz festgestellt, dass jederzeit, wenn eine Linie Kavallerie den Feind angreift, dieses in der Art geschehen muss, dass hinter dem rechten und linken Flügel derselben in einer geringen Entfernung, weine Colonne in Zügen, und zwar die des rechten Flügels links, und die des linken Flügels rechts abmarschirt, als Reserve sowohl zur Deckung eignen Flanken als auch zum Angriff der feindlichen folget. Bei dem Angriffe eines Regiments bilden die beiden ersten Züge der ersten Escadron die Reserve Colonne des rechten, und der dritte und vierte Züg der vierten Escadron die des linken Flügels. Geschieht der Angriff mit der Kavallerie der Brigade, so werden die Reserve Collonen aus der ersten Escadron des rechten Flügels Regiments und aus der vierten Escadron des linken Flügel Regiments gebildet.

Das gefecht der Infanterie eröffnen die Füsilirie, welche sich hierzu theilweise in eine Tirailleurs Linie auflösen. Sind sie detaschirt, so ersetzt ihre Stelle das dritte Glied des ersten Treffens. Konnen die Füsiliere dem Feinde nicht mehr Widerstand Ieisten, so rückt das erste Treffen vor. Die Füsilirie bilden Collonen, gehen durch die Reserve, und setzen sich rechts und links auf die Flügel derselben. Ihre fernere Bestimmung, ob die beim Vorrücken der Reserve mit vorgehen, oder als eine neue Reserve stehen bleiben, ob die in Colonne formirt oder entwickelt vorgehen sollen, hängt von den Umständen ab, und wird durch den Brigade General befohlen.

Wenn das erste Treffen lange in Feuer gestanden hat, und durch die Reserve abgelöset werden soll, so gehet diese entwickelt vor; die Bataillone im ersten Treffen, bilden, sobald die Reserve antritt, je nachdem sie von dieser berührt werden, ganze oder halbe Bataillons Colonnen nach der Mitte, um den Vorrückenden gehörig Platz zu machen. Die Züge welche stehen geblieben, chargiren so lange bis das vorgehende Treffen an ihnen vorbei ist. Ist das vorrückende Treffen an dem stehenden vorbei, so marschirt diese sogleich wieder auf.

Diese Bestimmung gilt für alle Fälle, wo Treffen im Feuer einander ablösen. Wenn Treffenweise retirirt wird, geschieht es in den meisten Fällen, besonders gegen Kavallerie in Bataillons Colonnen. Die stehenden, welche den Abzug der andern decken, formiren Quarre's.

Die 2te Figur zeigt die Anordnung einer Brigade in Angriff Colonnen; die Figur bedarf keiner weitern Erklärung, da die Colonnen stellung zum Angriff ganz mit der gewöhnlichen Schlachtordnung Fig. 1 in  Hinsicht der Ordnung, in der die Bataillone stehen, übereinstimmen.

Man kann also aus der gewöhnlichen Schlachtordnung sehr leicht sich zu dieser Art des Angriffs formiren, oder aus dieser Formirung zu des gewöhnlichen Stellung übergehen.

Die Füsilirie Bataillone maskiren die Angriffs Colonnen, und vertreiben die Feinde, welche nicht Stärk genug sind, einer Linie leichter Infanterie zu widerstehen.

Die Kavallerie folgt in Front, oder wenn keine feindliche Kavallerie in der Nahe ist, in Colonnen, damit die Stärke der Brigade um so weniger vom Feinde beurheilt werden kann.

Die Fuß artillerie befindet sich, wenn es die Umstände nicht anders erfordern, da, wo sie Kap. 1. Angewiesen ist; dasselbe gilt auch der reitenden Batterie.

Wenn die Bajonet Attake gefchiehet, so formiren die Füsilirie Bataillone, indem die Colonnen des ersten Treffens vorgehen, Massen, und fetzen sich rechts und links neben die beiden Reserve bataillone, wie es Fig. 3. Abbildet. Es wird hier vorausgefetzt, dass die Bajonet Attak erst dann gefchiehet, wenn die Füsilier Bataillone nicht mehr den vor sich habenden Feind zum Meichen bringen konnen.

Die 4te figur zeigt die Formirung der brigade gegen Kavallerie wahrend der Attak und überhaupt. Der Füsilier Bataillone sind 100 schritte vor, und die Reserve Bataillone 100 schritte hinter ersten Treffen.

Die Kavallerie der brigade wartet im hintern Treffen die Angriffe der feindlichen Kavallerie ab, oder geht ihr vor dem Angriffe entgegen, nachdem die Umstände den einem oder den andern Fäll nothwendigmachen. Ist die feindliche aus der linken oder rechten Flanke in dem Augenblick anfallen, in dem diese unsere Infanterie erreicht, und durch das Infanterie und Artillerie Feuer schon gelitten hat. Das Vorgehen zu diesem Angriff geschieht in Front.

Die Kavallerie, mit Ausschluss des mittelsten Regiments, marschirt ehe sie zum Angriffe vorgehet, uaf; nachdem dies erfolgt und sie unsere Infanterie passirt ist, macht die derselben zunächst befindliche Flügel escadron die nöthige Schwenkung, und attakirt nach Vollendung derselben sogleich. Die übrigen Escadron bleiben bis zum Durchschneidungs Punkt gerade aus, schwenken hierauf ebenfalls in dem Alignement der Flügel escadron, und vollführen die im fünften Abschnitt des Kavallerie Exercir Reglements Kap. 5 & 6. D. detailirte Echellon Attaken.

Erfordern die Umstände, dass das Regiment der Mitte gleichfalls zum Angriffe vorrückt, so geht solches durch die Infanterie, und entwickelt sich zu diesem Zweck durch das Links und Rechts ausmarschiren.

Wenn Se. Majestat hier eine Anordnung zum Angriffe in Bataillons Massen gegeben hat, so will dennoch Allerhöchstdieselbe, dass von dieser Ordnung abgegangen werden soll, wo es die Umstände nothwendig machen, und nur die innere Formirung der Massen ist eine Reglementsmassige unabänderliche Bestimmung. Die Fälle in denen die Stellung der bataillons massen eine Abänderung leidet, werden durch das terrain und die übrigen Umstände herbei geführt; hatte das erste Treffen z.B. eine Zeitlang im Feuer gestanden, und der Feind singe an zu wanken, so wurde man mit den beiden Bataillons Massen der reserve des ersten Treffens, dem Feinde schnell aus den Hals gehen, während die drei Bataillone des ersten Treffens Massen formirten, und nun den beiden reserve Bataillonen mit Bataillons grössen Intervallen folgten.

Alle Evolutionen welche die Infanterie bei formirter Brigade zu machen hat, werden nach den Grundsätzen ausgefuhrt, welche darüber im dritten Abschnitt dieses Exerzir Reglements aufgestellt sind.

Alle Front Veränderungen einer aufgestellten Brigade geschehen durch Abmarsch mit Abteilungen und Aufmarsch im dem neuen Alignement. Soll die Brigade eine Schwenkung um einen Punkt machen, welcher innerhalb der Frontlinie eines Bataillons liegt, so schwenkt diese Bataillon auf der Achse. Alle andere Bataillone sowohl der Avantgarde als der beiden Treffen, marschiren ab und auf den kürzesten Mege da auf, wo sie nach den Regeln der Formation stehen sollen.

Die Art, wie mehrere Bataillone Infanterie abmarschirt sind; der Umstand, ob sie in einer oder mehrern Colonnen marschirt sind se., bestimmen ihre Entwickelung in die vorschriftsmässige Aufstellung.

In allen Fällen führen die Commandeure der bataillone die Tete derselben, sobald sie sich dem neuen Alignement nähern, auf dem kürzesten Wege auf den Punkt, wo sie sich entwickeln sollen. Der commandirende Officier wird das Bataillon bestimmen, welches die richtung für die andern giebt, und ihm seinen Platz anweisen.

Über die ordnung in welcher die Bataillone ausdem Marsch sich folgen, lasst sich keine allgemein gültige Regel geben; gewöhnlichmachen Füsilier Bataillone im Vorgehen die Advant und im Zurückgehen die Arriere Garde. In Fällen, wo man sichschnell formiren will, braucht man sich nicht an die vorgeschriebene Rangirung zu kehren. Hatten z. B. Umstände es nöthig gemacht, während des Marsches beide Füsilier bataillone bei der Arrier Garde zu haben, und man wollte sich schnell vorwärts entwikeln, so musste man diese Bataillone nicht in die esrte Linie setzen, sondern zur reserve bestimmen.

In unbekanntem Terrain muss nur sehr wenig Kavallerie an der tete sein, die Hauptmasse derselben muss stets hinter der infanterie marschiren, wenn zur Seite deselben kein Platz sein sollte.

By clicking on the thumbnail image below, you will find copies of the Prussian Regulations of 1812 in German.

 

The Plates

 

Page 121
Page 122
Page 123

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Page 124
Page 125
Page 126

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Page 127
Page 128
Page 129

 

 

 

 

 

 

 

 

Page 130
Page 131

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Organization Index ]



Search the Series

© Copyright 1995-2008, The Napoleon Series, All Rights Reserved.

Top | Home ]